US-Kabinett : Obama macht Gouverneur Richardson zum Handelsminister

Der frühere Clinton-Minister kehrt ins Kabinett zurück. Barack Obama hat den erfahrenen Außen- und Energieexperten Bill Richardson für das Amt des Handelsministers nominiert.

Bill Richardson
Es ist amtlich. Bill Richardson übernimmt das Amt des Handelsministers. -Foto: dpa

ChicagoDer frühere UN-Botschafter und Energieminister werde in dem Amt "der führende ökonomische Diplomat Amerikas" sein, sagte Obama am Mittwoch in  Chicago. Richardson, derzeit Gouverneur von New Mexico, ist einer der profiliertesten Politiker lateinamerikanischer Herkunft in den USA.
  
Obama hob die "internationale Statur" von Richardson hervor, die bei den weltweiten Bemühungen zur Beilegung der Wirtschaftskrise hilfreich sein werde. Richardson kündigte an, seine diplomatischen Erfahrung in das neue Amt mit einzubringen. "In Diplomatie und Handel öffnet man die Märkte und die Köpfe der Menschen nicht mit Rivalität, sondern mit Partnerschaft und Innovation und harter Arbeit", sagte er. Den gemeinsamen Auftritt bei der Pressekonferenz mit Obama absolvierte Richardson zweisprachig in Englisch und Spanisch.
  
Richardson hatte sich neben Obama selbst um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten beworben, wegen seines schlechten Abschneidens in den Vorwahlen aber verzichtet und eine Wahlempfehlung für Obama abgegeben. Wegen seiner umfassenden außenpolitischen Erfahrungen hatte er auch als Anwärter für das Amt des US-Außenministers gegolten, für das Obama aber am Dienstag die frühere First Lady Hillary Clinton nominiert hatte.

Wirtschaftsstatistiken, Telekommunikation und Urheberrecht
  
In seiner Bedeutung für die inländische Wirtschaftspolitik und die auswärtigen Wirtschaftsbeziehungen ist das Handelsministerium in den USA dem Finanzministerium nachgeordnet. In seinen Aufgabenbereich fallen unter anderem Wirtschaftsstatistiken, Telekommunikation und Urheberrechte.
  
Unter der Präsidentschaft Bill Clintons war Richardson Energieminister und Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen. Er war unter anderem an der Diplomatie zur Beilegung der Balkankrise und an den Atomverhandlungen mit Nordkorea beteiligt. Weitere Krisenmissionen führten ihn nach Kuba, Birma und Haiti. Richardson gilt als ausdauernder und geschickter Verhandler mit weltweiten Verbindungen.
  
In einer Umfrage stellten die US-Bürger dem designierten Präsidenten Obama gute Noten aus. 78 Prozent der Befragten zeigten sich in einer in der Zeitung "USA Today" veröffentlichten Gallup-Umfrage mit Obamas Arbeit seit dem Wahlsieg im November zufrieden, nur 13 Prozent bewerteten ihn kritisch. Drei Viertel der Befragten gaben zudem an, sie erwarteten von dem künftigen Präsidenten eine bessere Wirtschaftspolitik als von dem scheidenden Amtsinhaber George W. Bush. (mpr/AFP)

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