Politik : US-Klimapolitik: Trittin sorgt sich

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Umweltminister Jürgen Trittin ist über die US-amerikanische Umwelt- und Klimapolitik besorgt. In einem persönlichen Brief an seine amerikanische Amtskollegin Christine Todd Whitman weist Trittin auf die Bedeutung des Kioto-Protokolls zum Klimaschutz hin. "Große Sorge bereitet mir nun das kürzlich veröffentlichte Schreiben von Präsident Buch an Senator Hagel", heißt es in dem Brief, der dem Tagesspiegel vorliegt. Bush nehme nicht nur von den geplanten nationalen Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen Abstand, sondern betone auch grundsätzliche Bedenken gegenüber dem Kioto-Protokoll.

"Hierzu gibt es keine Alternative, das Kioto-Protokoll kann nicht zur Disposition stehen", schreibt Trittin an Whitman. Er appelliert an die "gemeinsame transatlantische Verantwortung für den Klimaschutz" und hofft auf einen Durchbruch bei der Klimaschutzkonferenz Mitte Juli in Bonn. Dort wird die Weltklimakonferenz weitergeführt, die im November in Den Haag unterbrochen wurde. Bereits damals scheiterten die Verhandlungen an den USA, die sich zu keinen weiterreichenden Reduktionen der Treibhausgase verpflichten wollten.

Wenn sich die Regierungen in Bonn nicht einigen, ist der weltweit verbindliche Klimaschutz gescheitert. Zehn Jahre der Verhandlungen nach der Rio-Konferenz wären weitestgehend folgenlos. Trittin weist daher seine US-Kollegin nochmals auf die Wichtigkeit des Klimaschutzes hin. Der sei nicht nur umweltpolitisch geboten, sondern mache auch wirtschaftlich Sinn. Um seine Position noch klarer zu vermitteln und die US-Meinung auszuloten, will Trittin sich noch vor der Konferenz mit Whitman treffen.

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