US-Medien : 10 000 US-Soldaten bleiben nach 2014 in Afghanistan

Der Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan läuft seit Monaten. Wieviele Soldaten am Stichtag 31. Dezember 2014 - dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes - übrig bleiben, ist aber noch unklar. Jetzt lanciert die US-Regierung erstmals eine Zahl.

In Afghanistan stationierte US-Soldaten beim Gebet vor dem traditionellen Thanksgiving-Festmahl.
In Afghanistan stationierte US-Soldaten beim Gebet vor dem traditionellen Thanksgiving-Festmahl.Foto: dapd

Nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan 2014 wollen die USA offenbar mit rund 10 000 Soldaten im Land bleiben. Wie US-Medien am Montag berichteten, könnten davon 1000 Soldaten weiterhin für den Kampf gegen den Terrorismus eingesetzt werden. Derzeit sind rund 66 000 US-Soldaten und 37 000 Verbündete aus 48 anderen Ländern in Afghanistan stationiert.

Deutschland ist drittgrößter Truppensteller nach den USA und Großbritannien. Die Bundesregierung hat bereits zugesagt, Afghanistan auch nach 2014 mit Ausbildern und Beratern helfen zu wollen. Wieviele Bundeswehrsoldaten dafür am Hindukusch bleiben müssen, richtet sich auch danach, wie stark die US-Truppe dann noch sein wird. „Wir werden Afghanistan auch nach dem Abzug der Kampftruppen nicht alleine lassen. Wir lassen Afghanistan nicht im Stich“, bekräftigte Außenminister Guido Westerwelle am Montag nach einem Treffen mit dem afghanischen Außenminister Salmai Rassul in Berlin. Deutschland wolle nicht, dass nach 2014 ein „Sicherheitsvakuum“ entstehe. Ins Detail ging Westerwelle jedoch nicht.

Auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière betonte auf einer Konferenz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, wie wichtig ein langfristiges Engagement in Afghanistan sei. „Gingen wir jetzt weg, oder gingen wir Ende 2014 ersatzlos weg, dann wird die Sache auf jeden Fall ein Misserfolg“, sagte er. Die jetzige Strategie einer schrittweisen Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen, flankiert von Versöhnungsgesprächen zwischen den Konfliktparteien, garantiere den Erfolg zwar nicht. Aber dies sei „der einzige Weg, der einen Erfolg möglich macht“.

Über die Abzugspläne der Amerikaner berichteten am Montag die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“ aus US-Regierungskreisen. Laut „NYT“ werden auch noch andere Abzugsoptionen diskutiert. Bei einer Truppenstärke von 10 000 Soldaten könnte die Anti-Terror-Einheit 1000 Soldaten umfassen, meldet das Blatt.

Experten gehen davon aus, dass auch Deutschland mit einer niedrigen vierstelligen Zahl von Soldaten am Hindukusch vertreten bleiben wird. Es gab aber noch keinerlei offizielle Aussagen dazu.
Derzeit sind 4600 Soldaten am Hindukusch stationiert. Bis Februar 2014 soll die Truppenstärke auf 3300 reduziert werden. (dpa)

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