Politik : US-Präsidentenwahlkampf: Demokraten holen in Umfragen auf

rvr

Als "Wunder" hat Senator Joe Lieberman am Dienstag seine Auswahl als Kandidat für die Vizepräsidentschaft durch Al Gore bezeichnet. Bei der Vorstellung des demokratischen Kandidaten-Duos in Nashville im Bundesstaat Tennessee sagte Lieberman, durch die Nominierung des ersten jüdischen Amerikaners für ein Präsidentschafts-"Ticket" habe Gore eine "Barriere nicht nur für mich durchbrochen, sondern für den Rest Amerikas und für alle Zeiten". Gore sei der ideale Kandidat für das Weiße Haus, weil er durch sein Verhalten "seinen Glauben an die Toleranz dieser vielfältigen Nation unter Beweis gestellt" habe. Anders als die Republikaner behaupten, seien die vergangenen acht Jahre keinesfalls vergeudet worden. George W. Bush und Dick Cheney seien die "alte Garde".

Gore betonte, die Demokraten seien die Anwälte des Volkes, nicht der Mächtigen. Mehrfach benannten Gore und Lieberman die beiden Kennedy-Brüder John und Robert als Vorbilder. Der Name Clinton fiel kein einziges Mal. Erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde auch Liebermans Frau Hadassah, deren Mutter Dachau und Auschwitz überlebte und die in der Tschechoslowakei geboren wurde. "Hadassah repräsentiert alles, für das Amerika steht", sagte Tipper Gore. Die Benennung Liebermans hat Gore einen erheblichen Auftrieb in Meinungsumfragen beschert. In einer Umfrage schrumpfte der Vorsprung des republikanischen Bewerbers für das US-Präsidentenamt, George W. Bush, gegenüber Gore auf eine einstellige Zahl. Am Sonntag noch hatte Bush in der Wählergunst 17 Prozentpunkte vor Gore gelegen.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben