US-Präsidentschaftskandidat : Texaner wirft den Hut in den Ring

Gouverneur Rick Perry bewirbt sich um Präsidentschaftskandidatur

Washington - Das Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur in den USA wird spannender: Der texanische Gouverneur Rick Perry steigt nun auch in den Ring. Nach George W. Bush will damit wieder ein konservativer texanischer Gouverneur ins Weiße Haus einziehen. Perry, der den US-Bundesstaat seit fast elf Jahren lenkt, gab seine Präsidentschaftskandidatur am Samstag in South Carolina offiziell bekannt. Immer wieder von Jubel unterbrochen, griff Perry, ein Vertreter der religiösen Rechten, Präsident Barack Obama massiv an. Insbesondere ging er mit der Wirtschaftspolitik des Demokraten ins Gericht, prangerte die hohe Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit an. „Es ist Zeit, den Leuten im Weißen Haus die Entlassungspapiere zu geben“, sagte Perry.

Der 61-jährige Evangelikale könnte das Feld der bisherigen Bewerber kräftig aufmischen. Zurzeit wird es von Mitt Romney angeführt, dem Ex-Gouverneur von Massachusetts, der seine Spitzenposition auch im Fernsehduell mit den anderen Kandidaten in der vergangenen Woche behauptete. Aber Perry sitzt ihm schon jetzt im Nacken. So landete er in einer jüngsten Umfrage des Senders CNN auf Platz zwei – obwohl seine Bewerbung bis zum Samstag noch nicht offiziell war.

Perry übernahm das Gouverneursamt im Dezember 2000 von Bush, der einen Monat später ins Weiße Haus einzog. Seitdem ist der Texaner, der früher einmal Demokrat war, ununterbrochen in diesem Amt – so lange wie kein anderer derzeitiger US-Gouverneur.

An dem TV-Duell in Ames (Iowa) beteiligten sich acht Präsidentschaftskandidaten, darunter auch die radikalkonservative Kongressabgeordnete Michelle Bachmann. Sie hat sich im bisherigen Vorwahlkampf überraschend ebenfalls einen Platz im Spitzenfeld erkämpft. In der Debatte waren sich alle Bewerber in ihren Attacken gegen Präsident Obama einig. Insbesondere prangerten sie die Wirtschaftspolitik des demokratischen Amtsinhabers als „lausig“ und „verfehlt“ an. Ebenso einhellig und vehement lehnten die Kandidaten jegliche Steuererhöhungen zum Abbau des US-Schuldenbergs ab. dpa

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