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US-Präsidentschaftswahl : Ist Donald Trump zu dick?

Nach dem Schwächeanfall von Hillary Clinton wird auch die Gesundheit von Donald Trump zum Thema. Der 70-Jährige ist angeblich stark übergewichtig.

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Donald Trump.
Donald Trump.Foto: AFP

Wie die Lungenentzündung von Hillary Clinton wird jetzt auch der Gesundheitszustand von Donald Trump zum Thema des US-Präsidentschaftswahlkampfs. Nach einem absurd anmutenden Verwirrspiel widersprüchlicher Ankündigungen legte der 70-jährige Milliardär am Mittwoch in einer Aufzeichnung für die Sendung des Fernseharztes Mehmet Oz eine Zusammenfassung einer aktuellen medizinischen Untersuchung vor. Laut Medienberichten ging daraus hervor, dass Trump stark übergewichtig ist.

Trumps Wahlkampfteam äußerte sich nicht zu Einzelheiten des Attests, das er Dr Oz übergab. Unter Berufung auf Zuschauer der Aufzeichnung meldeten US-Medien, Trump habe einen hohen Cholesterin-Spiegel und einen Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 30, was als starkes Übergewicht gilt. Trump hatte Anfang der Woche detaillierte Angaben über seine Gesundheit angekündigt, doch sein Wahlkampfteam betonte, bei Dr Oz werde es nur um allgemeine Fragen gehen. Dann legte Trump aber doch die Zusammenfassung der neuesten Testergebnisse vor.

Das Hin und Her geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem Trump versucht, politisches Kapital aus der Erkrankung seiner Rivalin Clinton zu schlagen. Die 68-jährige hatte am Wochenende nach einem Schwächeanfall zugegeben, an einer Lungenentzündung zu leiden; sie will an diesem Donnerstag den Wahlkampf wieder aufnehmen.

Trump präsentiert sich bisher als kerngesund, behauptet aber, Clinton verheimliche möglicherweise eine schwere Krankheit. Nun dürfte das Clinton-Lager versuchen, auf die mutmaßlichen Risiken seines Übergewichts einzugehen. „Ist er gesund?“, fragte der Fernsehsender CNN. Die neuen Zweifel an Trump tauchen in einer spannenden Phase des Wahlkampfes auf: In den Umfragen liegt der Populist nur noch zwei Prozentpunkte hinter Clinton, die vor sechs Wochen noch mit zehn Punkten führte.

Illegale Zahlungen?

Unterdessen geraten mutmaßlich illegale Zahlungen von Trumps Stiftung ins Visier der Justiz. Die New Yorker Staatsanwaltschaft untersucht eine Spende der Organisation in Höhe von 25.000 Dollar, die 2013 an den Wahlkampf der Generalstaatsanwältin von Florida ging; der Posten des Chefanklägers ist in vielen US-Bundesstaaten ein Wahlamt. Die Staatsanwältin hatte kurz vor der Spende gegen die so genannte Trump-Universität ermittelt, die Gegenstand mehrerer Klagen wegen Betrugsverdachts ist. Trump sagt, die Verfahren seien politisch motiviert.

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Der Wirbel um seine Gesundheit und seine Stiftung ließen familienpolitische Ankündigungen des Milliardärs in den Hintergrund treten. Offenbar im Bemühen um weibliche Wählerstimmen versprach Trump am Dienstag die Einführung eines sechswöchigen bezahlten Mutterschaftsurlaubes sowie Steuererleichterungen für Familien mit Kindern. Kritiker hielten dem Unternehmer vor, keine seriöse Gegenfinanzierung vorgelegt zu haben.

Donald Trumps Unterstützung kommt vorwiegend von männlichen Mitgliedern der weißen Mittelschicht ohne höheren Bildungsgrad. Viele weibliche Wähler hat er unter anderem mit einigen als frauenfeindlich eingestuften Aussagen verprellt. Auch bei Minderheiten liegt Trump weit hinter Clinton. Einige Experten sind sicher, dass Trump die Wahl nicht gewinnen kann, ohne neue Wählerschichten für sich zu erschließen.

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