• US-Präsidentschaftswahl: Trump tut Belästigungsvorwürfe als Lügen unattraktiver Frauen ab

US-Präsidentschaftswahl : Trump tut Belästigungsvorwürfe als Lügen unattraktiver Frauen ab

Zwei weitere Frauen werfen Donald Trump sexuelle Übergriffe vor. Der Präsidentschaftskandidat sieht sich als Opfer einer Kampagne seiner Kontrahentin und der Medien.

Donald Trump im Kreise von Anhängerinnen
Donald Trump im Kreise von AnhängerinnenFoto: Reuters/Mike Segar

Im Skandal um die sexuelle Belästigung von Frauen durch Donald Trump tritt der republikanische US-Präsidentschaftskandidat die Flucht nach vorne an. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina machte Trump sich am Freitag (Ortszeit) über eine Frau lustig, die Missbrauchsvorwürfen gegen ihn erhebt, und präsentierte sich als Opfer einer Lügenkampagne.

Derweil erhoben am Freitag zwei weitere Frauen Anschuldigungen gegen Trump. "Er begann mich aggressiv zu küssen und legte seine Hand auf meine Brust", berichtete Summer Zervos bei einer Pressekonferenz in Los Angeles. Zervos hatte an Trumps Realityshow "The Apprentice" teilgenommen. Nachdem sie ausgeschieden war, war sie mit Trump in Kontakt geblieben und hatte 2007 den Milliardär in einem Hotel in Beverly Hills getroffen.

Sie habe über einen Job reden wollen, doch sei sie bei ihrer Ankunft in einen Bungalow geführt worden, wo Trump sie geküsst und begrapscht habe. "Er umarmte mich und ich versuchte, ihn wegzudrängen." Er aber habe sie mit seinen Genitalien bedrängt. Zervos sagte, sie habe sich entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen, nachdem Trump bestritten hatte, jemals Frauen belästigt zu haben.

Das frühere Model Kristin Anderson sagte der "Washington Post", dass Trump in den frühen 90er Jahren in einem Nachtclub ihr unter den Rock gegriffen und zwischen die Beine gefasst habe.

Trumps Wahlkampfteam erklärte, Trump erinnere sich "vage" an Zervos. Sie habe nach dem Ende der Show weiter E-Mails an sein Büro geschrieben und ihn um Hilfe gebeten. Den Vorwurf der sexuellen Belästigung wies Trump zurück.

Seine Rivalin Clinton versicherte, dass sie sich keinesfalls über den Skandal um Trump freue. "Ich bin überhaupt nicht glücklich darüber", sagte sie in Seattle. "Es beschädigt unsere Demokratie."

Trump: "Verleumdungen, hinter denen Clinton steckt"

"Lügen, Lügen, Lügen", sagte Trump bei der Wahlkampfveranstaltung in Greensboro im Bundesstaat North Carolina über die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe. Über die 74-jährige Jessica Leeds, die dem Immobilienmilliardär vorwirft, sie vor mehr als 35 Jahren während eines Fluges betatscht zu haben, sagte Trump: "Glaubt mir, sie wäre nicht meine erste Wahl, das kann ich Euch sagen." Bei seinen Anhängern erntete Trump damit Gelächter.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Charlotte wandte er sich an seine weiblichen Unterstützer. "Ich liebe diese Schilder 'Frauen für Trump'", sagte er, als eine Frau mit ein solches Schild hochhielt. "Ich denke tatsächlich, dass ich gut mit Frauen klar komme." Eine neue Umfrage sieht Trump bei den weiblichen Wählern allerdings 20 Prozentpunkte hinter seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton.

Trump inszenierte sich vor seinen Anhängern überdies als Opfer einer Medienverschwörung. "Die korrupten Medien tun alles in ihrer Macht Stehende, um unsere Bewegung zu stoppen", sagte er. Daran sei auch der mexikanische Milliardär Carlos Slim, Hauptanteilseigner bei der "New York Times", beteiligt. "Carlos Slim kommt, wie Ihr wisst, aus Mexiko. Er hat viele Millionen Dollar den Clintons und ihrer Initiative gegeben."

Die Affäre hatte begonnen, als die "Washington Post" vor gut einer Woche eine heimliche Aufzeichnung aus dem Jahr 2005 veröffentlicht hatte, in der Trump sich in vulgären Worten mit Übergriffen gegen Frauen brüstet. Kurz danach meldeten sich mehrere Frauen zu Wort, die Trump sexuelle Belästigung vorwarfen.

Trump sprach von "Verleumdungen", hinter denen Clintons Wahlkampfteam stecke. Gegen die "New York Times", die mehrere Vorwürfe veröffentlichte, kündigte Trump eine Klage an. Eine ganze Reihe prominenter Republikaner distanzierten sich aber von ihm. Trump selber sah sich daraufhin "von Fesseln befreit" und kündigte an, zu so für Amerika zu kämpfen, wie er es wolle. (AFP)

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