US-Raketenschild : Jung unterstützt US-Pläne

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hat für den Aufbau des umstrittenen US-Raketenschildes in Osteuropa geworben. Das geplante Abwehrsystem könne eine "Schutzfunktion" für ganz Europa einnehmen.

Brüssel - "Im Moment ist es so, dass Nord- und Mitteleuropa geschützt sind, Südeuropa nicht. Das halte ich für einen Fehler", betonte Jung vor dem auswärtigen Ausschuss des Europaparlaments. Europa dürfe sich in der Frage des Raketenschildes nicht spalten lassen, sagte Jung weiter. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch für Geschlossenheit in Europa wie in der Bundesregierung geworben.

In der SPD gibt es Widerstand gegen die US-Pläne. Die USA wollen mit dem Raketenschild in Polen und Tschechien ab 2011 mögliche Angriffe aus dem Iran oder Nordkorea abwehren. Jung betonte, es gehe auch um eine mögliche Bedrohung durch Terroristen.

Russland lehnt den Raketenschild entschieden ab und sieht darin einen Angriff auf seine Sicherheit. Jung bekräftigte seine Überzeugung, die Bedenken Moskaus im Nato-Russland-Rat ausräumen zu können. Der Rat will sich am kommenden Donnerstag in Brüssel mit der Frage des Schutzschildes befassen. Auch beim informellen Treffen der Nato-Außenminister in Oslo am 26. und 27. April geht es um die Raketenabwehr-Pläne. (tso/AFP)

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