US-Raketenschild : Russland warnt Tschechien vor "großem Fehler"

Die US-Raketenabwehrpläne sehen den Bau einer Radarstation im tschechischen Böhmen vor. Russland sieht sich dadurch bedroht und ruft Tschechien zum Verzicht auf. Gespräche mit Polen zum gleichen Thema blieben ergebnislos.

MoskauIm Streit um die US-Raketenabwehrpläne in Mitteleuropa haben Russland und Tschechien heute ihre Gespräche fortgesetzt. Der russische Generalstabschef Juri Balujewski forderte bei einem Treffen mit dem tschechischen Vizeverteidigungsminister Martin Bartak in Moskau, auf die geplante Radarstation in Böhmen zu verzichten. Prag begehe einen "großen Fehler", wenn es die Anlage zulasse, sagte Balujewski nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. Auch Vizeaußenminister Tomas Pojar sollte an den zweitägigen Gesprächen teilnehmen. Prag und Moskau hatten bereits im März über die US-Pläne ohne greifbares Ergebnis gesprochen.

Moskau hatte mehrfach vor der Stationierung einer Radaranlage in Tschechien und von zehn Abfangraketen in Polen gewarnt, weil es sich davon bedroht sieht. Die USA wollen das System als Schutz vor möglichen Angriffen aus dem Iran installieren. Russland und die USA werden im September weiter über einen Vorschlag Moskaus verhandeln, bei der Abwehr zusammenzuarbeiten.

Tschechien und Polen wollen an den Plänen festhalten. Balujewski kritisierte, dass sich Prag in der Frage nicht bewegt habe. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte für den Fall des Baus der US-Anlage in Mitteleuropa damit gedroht, selbst Ziele in Europa ins Visier zu nehmen. Dabei war auch die Rede davon, Raketen in Kaliningrad (Königsberg) in Stellung zu bringen. (mit dpa)

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