US-Reaktionen auf Bundestagswahl : "Der Trump-Effekt erreicht Deutschland"

Die Anhänger des US-Präsidenten Donald Trump sehen sich vom AfD-Erfolg bei der Bundestagswahl bestätigt. Der Sender Fox News kommentierte: "Der Trump-Effekt erreicht Deutschland".

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US-Präsident Donald Trump und Angela Merkel könnten sich womöglich auch künftig wieder auf Gipfelveranstaltungen treffen. Foto: dpa
US-Präsident Donald Trump und Angela Merkel könnten sich womöglich auch künftig wieder auf Gipfelveranstaltungen treffen.Foto: dpa

In den USA werten Anhänger von Präsident Donald Trump den Erfolg der rechtspopulistischen AfD bei der Bundestagswahl als Bestätigung für die harte Linie ihres Chefs bei der Einwanderungspolitik. Die Deutschen hätten die Belehrungen ihrer Politiker über die Notwendigkeit zur Aufnahme von illegalen Flüchtlingen aus Nahost und Afrika satt, kommentierte der Trump-nahe Nachrichtensender Fox News. Merkel habe bei der Wahl einen hohen Preis für die Aufnahme der Flüchtlinge gezahlt. So etwas passiere, wenn Politiker die Wünsche der Wähler ignorierten: „Der Trump-Effekt erreicht Deutschland.“

Vertreter der traditionellen amerikanischen Außenpolitik zeigten sich erleichtert über Merkels erneuten Wahlsieg. Der republikanische Senator John McCain schrieb auf Twitter, er gratuliere der Kanzlerin: Das amerikanisch-deutsche Bündnis müsse stark bleiben.

 Trump äußerte sich zunächst nicht zum Wahlausgang

Trump, der Merkels Flüchtlingspolitik in der Vergangenheit als Katastrophe bezeichnet hatte, äußerte sich zunächst nicht zum Wahlausgang in Deutschland; der Präsident war offenbar zu sehr mit seinem Streit mit Spitzensportlern über deren angeblich unpatriotische Haltung beim Absingen der Nationalhymne in den Sportstadien des Landes beschäftigt. Der US-Präsident macht aber kein Geheimnis aus seiner Wertschätzung für die rechtspopulistischen Bewegungen in Europa. So hatte er die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen mit den Worten gelobt, sie vertrete in Sachen Grenzsicherung starke Positionen.

Die US-Organisation Anti-Defamation League (ADL), die sich der Bekämfung des Anti-Semitismus widmet, zeigte sich besorgt über den Einzug der AfD in den Bundestag. Dies sei ein „verstörender Meilenstein“ für Deutschland, erklärte ADL-Chef Jonathan Greenblatt.

 

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