Politik : US-Regierung: Streit über Sturz der Taliban

In der US-Regierung herrscht offenbar Uneinigkeit darüber, ob die Taliban in Afghanistan im Zuge des Militärschlags gegen den Terrorismus gestürzt werden sollen. Diese Absicht nannte die nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice am Sonntag in einem Fernsehinterview mit Fox News. Außenminister Colin Powell widersprach der Darstellung. "Die Taliban haben ein unterdrückerisches Regime aufgebaut. Dem afghanischen Volks ginge es viel besser ohne sie. Wir werden sehen, welche Mittel uns zur Verfügung stehen, um das herbeizuführen", sagte Rice. Dagegen meinte Powell: "Es ist nicht eines unserer Ziele, das Regime zu beseitigen."

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Chronologie: Die Anschlagserie gegen die USA Der pakistanische Militärmachthaber General Pervez Musharraf hat den USA die Nutzung des pakistanischen Luftraums und Geheimdienstinformationen im Falle eines möglichen Angriffs gegen das Nachbarland Afghanistan angeboten. Am Wochenende machte sich eine US-Militärdelegation auf den Weg nach Islamabad, um Details eines Vergeltungsschlages zu besprechen. Militante Moslems in Pakistan planen nach einem Zeitungsbericht einen Anschlag auf Militärmachthaber Pervez Musharraf. Am Freitag hatten radikale Moslems im ganzen Land gegen Musharraf demonstriert.

Die iranische Regierung will sich dem weltweiten Kampf gegen den Terrorismus unter Bedingungen anschließen. Der "Spiegel" zitierte den Teheraner Außenminister Kamal Charrasi mit den Worten, eine "internationale Initiative" sei der einzig richtige Weg. Raketen seien keine Lösung, sagte Charrasi. Außerdem sehe er Probleme in der Definition von Terrorismus: So halte Iran weiterhin Bombenanschläge etwa der Hamas oder des Islamischen Dschihad gegen Israel für eine legitime Form des Widerstands. Das Land bat gleichzeitig um Hilfe für die afghanischen Flüchtlinge, die im Osten Irans erwartet werden.

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