Politik : US-Soldat bestreitet Massaker: „Nur die Einsatzregeln befolgt“

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Washington - Erstmals hat ein an dem angeblichen Massaker in Haditha beteiligter Soldat die Öffentlichkeit gesucht. Nach Darstellung des Patrouillenführers Sergeant Frank Wuterich haben die Soldaten am 19. November weder vorsätzlich 24 Wehrlose getötet noch versucht, den Vorfall zu vertuschen, berichtet die „Washington Post“ unter Berufung auf dessen Anwalt Neal Puckett. Die Gruppe habe die Einsatzregeln befolgt. Die US- Armee untersucht Vorwürfe, die Soldaten hätten aus Rache für den Tod eines Kameraden durch eine Bombe Zivilisten getötet, ohne angegriffen worden zu sein.

Die ersten fünf Männer wurden nahe dem Ort der Explosion erschossen, weil sie dem Ruf, stehen zu bleiben, nicht folgten. Danach seien die Soldaten aus einem Haus beschossen worden. Sie hätten es gestürmt. Die meisten Räume seien leer gewesen, hinter einer verschlossenen Tür hätten sich Menschen verschanzt, wie es Aufständische in dem Gebiet häufig tun. Man habe die Tür eingetreten, eine Granate hineingeworfen und eine Salve gefeuert. Als der Staub sich legte, zeigte sich, dass unter den Toten Frauen und Kinder waren. Wuterich habe den Eindruck gehabt, die gesuchten Aufständischen seien durch eine Tür ins Nachbarhaus geflohen. Dort sei man genauso vorgegangen. Als wieder Frauen und Kinder unter den Toten waren, habe er den Einsatz abgebrochen und der Zentrale wahrheitsgemäß berichtet. cvm

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