Politik : US-Soldat erhält 100 Jahre Haft

-

Washington - Wegen eines grausamen Verbrechens an einer Familie im Irak ist ein zweiter von vier angeklagten US-Soldaten zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Der 24-jährige Unteroffizier Paul Cortez erhielt 100 Jahre, das Militärgericht in Fort Campbell in Kentucky befand ihn für schuldig, in der irakischen Stadt Mahmudijah, einer besonders umkämpften Region südlich Bagdads, eine 14-jährige Irakerin mit drei Kameraden vergewaltigt sowie das Mädchen, die Eltern und die Schwester zur Vertuschung getötet zu haben. Ein anderer Angeklagter, James Barker, hat bereits 90 Jahre Gefängnis erhalten. Die Prozesse gegen die zwei anderen sind noch im Gang. Allen vieren drohte die Todesstrafe. Die beiden Verurteilten entgingen ihr nur, weil sie Geständnisse ablegten.

Das Verbrechen vom März 2006 hatte den Ruf der US-Truppen im Irak schwer beschädigt. Cortez gestand, die vier hätten die Vergewaltigung vorsätzlich geplant. „Es tut mir leid, euch so enttäuscht zu haben“, sagte er zu Kameraden und Angehörigen im Gerichtssaal unter Tränen. Da er geständig war und den mutmaßlichen Wortführer und Planer der Tat, Steven Green, belastete, erreichten die Verteidiger eine Absprache, wonach Cortez’ Haftdauer nach zehn Jahren reduziert werden kann.

Die hohen Strafen gegen die US-Soldaten stehen im Kontrast zum Umgang der irakischen Regierung mit Klagen sunnitischer Frauen, sie seien von schiitischen Polizisten vergewaltigt worden. Premier Nuri al Maliki hat die Untersuchung der Vorwürfe abgebrochen. cvm

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben