Politik : US-Terrorprozess: Ist Moussaoui geisteskrank?

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Washington - Im US-Terrorprozess gegen den Franzosen Zacarias Moussaoui hat ein Gutachter den Anklagten für geisteskrank erklärt. Der 37-Jährige leide unter paranoider Schizophrenie, sagte der Arzt Xavier Amador am Montag vor dem Bundesgericht in Alexandria (Virginia). Amador hat nach US-Medienberichten den Angeklagten in den vergangenen vier Jahren betreut. Er ist der erste Sachverständige, der im Auftrag der Verteidigung über den Geisteszustand Moussaouis aussagen und dem Angeklagten damit die drohende Todesstrafe ersparen soll. Moussaoui hatte während seiner Aussage in der Vorwoche bestritten, „verrückt“ zu sein. Nach Aussage einer weiteren Gutachterin leiden Moussaouis Vater und zwei seiner Schwestern an Wahnvorstellungen.

Die Jury hatte zuvor von einer Sachverständigen Einzelheiten über die traumatische Kindheit des Angeklagten gehört. Moussaoui sei mit einem gewalttätigen Vater aufgewachsen, der die Mutter während der Schwangerschaft und danach wiederholt geschlagen und eingesperrt habe, sagte Jan Vogelsang. Der Angeklagte habe die ersten sechs Lebensjahre häufig in Kinderheimen verbracht. Der Franzose marokkanischer Abstammung ist der einzige Angeklagte in den USA im Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11. September. Er war bereits vor den Anschlägen festgenommen worden, soll aber über die Terrorakte informiert gewesen sein. Nach eigenen Angaben gehörte er zu einer fünften Gruppe von Attentätern, die ein Flugzeug ins Weiße Haus steuern sollte. Die zwölf Mitglieder der Geschworenen-Jury müssen entscheiden, ob Moussaoui zum Tode oder zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wird. dpa

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