Politik : US-Truppen suchen Wege aus Irakkrieg

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Washington - Das US-Verteidigungsministerium prüft einem Zeitungsbericht zufolge neue Strategien, um die chaotische Lage im Irak in den Griff zu bekommen. Eine interne Planungsgruppe arbeitet nach Informationen der „Washington Post“ an einer Empfehlung, derzufolge die Zahl der US-Soldaten im Irak kurzfristig erhöht werden könnte. Sobald die Gewalt eingedämmt sei, sollten die Truppen deutlich reduziert werden, dann aber länger im Land bleiben. Ein schneller Abzug der Truppen, wie ihn viele führende Politiker der Demokratischen Partei fordern, sei von der Planungsgruppe verworfen worden.

Dabei wurden drei grundsätzliche Optionen für den Einsatz im Irak geprüft: eine Aufstockung der Truppen, eine Truppenreduzierung bei gleichzeitig längerem Verbleib oder ein kompletter Abzug – bei Pentagon-Insidern wurden diese „Go Big“, „Go Long“ und „Go Home“ getauft. Die Experten neigen offenbar einer Kombination der ersten beiden Optionen zu.

Demnach könnten die derzeit etwa 140 000 US-Soldaten kurzfristig um 20 000 bis 30 000 weitere verstärkt werden, um die Gewalt einzudämmen und die Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte voranzutreiben. In einem zweiten Schritt würde die Zahl der Soldaten dann deutlich auf 60 000 verringert – die Stationierung dieses Kontingents wäre auf lange Zeit nötig, um über weitere fünf bis zehn Jahre eine stabile irakischen Armee aufzubauen.

„Go Big“, eine langfristige Aufstockung der Truppen, wurde dem Bericht zufolge verworfen, weil weder die US-Armee noch die irakischen Streitkräfte dafür genügend Personal hätten. Ein groß angelegtes Vorgehen gegen die Aufständischen würde hunderttausende zusätzliche Soldaten erfordern. Einen kompletten Abzug der Truppen unter dem Motto „Go Home“ schließe die Planungsgruppe aus, weil der Irak in diesem Fall sofort in einen Bürgerkrieg abgleiten würde. AFP

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