US-Vorwahl : Obama hofft auf eine Trendwende

In Wyoming gibt es für die demokratischen Präsidentschaftsbewerber eigentlich nur zwölf Delegiertenstimmen zu gewinnen. Bei 2045 Vertretern, die Obama und Clinton jeweils brauchen, um sich durchzusetzen, scheint das nicht viel. Doch vor allem für Obama geht es um mehr - und es sieht nicht schlecht aus.

US-Senator Barack Obama rechnet nach den jüngsten Erfolgen seiner Konkurrentin Hillary Clinton im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur mit neuem Aufwind im US-Bundesstaat Wyoming. Der schwarze Senator aus Illinois ist klarer Favorit in der parteiinternen Abstimmungen (Caucus) über den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten. Knapp 60.000 eingeschriebene Anhänger der Partei können sich zwischen Obama und Clinton entscheiden.

Clinton hatte in den vergangenen Tagen gemeinsam mit ihrem Mann Bill und ihrer Tochter Chelsea versucht, den Umfrage-Vorsprung Obamas in dem

bevölkerungsarmen Staat im Nordwesten der USA

wettzumachen. "Clinton Blitzkrieg", hatte die regionale Zeitung "Wyoming Tribune-Eagle" den unerwartet engagierten Einsatz der Clintons überschrieben. Viel geholfen hat das offenbar nicht: Nach einem Teil der Auszählungen liegt Obama mit 58 Prozent deutlich vor Clinton mit 41 Prozent.

Obamas Serie ist unterbrochen

In Wyoming geht es bei dem demokratischen Caucus zwar nur um zwölf Delegiertenstimmen für den  Nominierungsparteitag Ende August. Obama hofft aber, mit einem Erfolg in Wyoming und dann bei der Vorwahl am Dienstag in Mississippi seinen Vorsprung von derzeit insgesamt etwa 140 Delegierten weiter ausbauen zu können. In Mississippi geht es um insgesamt 33 Delegierte. Clinton hatte mit Vorwahlsiegen in Ohio, Texas und Rhode Island am vergangenen Dienstag Obamas Serie von elf Vorwahlsiegen unterbrochen und seinen Delegiertenvorsprung leicht verringert.

Beide Bewerber können aber angesichts des Kopf-an-Kopf-Rennens rechnerisch nicht mehr die magische Zahl von 2045 Delegierten erreichen, die für die Nominierung als Spitzenkandidat nötig sind. Es gilt daher als möglich, dass eine Entscheidung darüber, wer am 4. November für die Demokraten als Präsidentschaftskandidat antritt, erst auf dem Parteitag selbst fällt. Die nächste "große“ Vorwahl findet am 22. April in Pennsylvania statt. Dort geht es um gut 160 Delegierte. In Umfragen liegt Clinton in dem Bundesstaat im Osten des Landes mit etwa 15 Prozentpunkten vor Obama. (sf/dpa)

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