US-Vorwahl : Sieg zur Halbzeit für Mitt Romney

Mitt Romney ist die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner sicher – und Obama stellt sich auf den neuen Gegner ein.

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Am 2. Mai steigt Newt Gingrich offiziell aus dem Vorwahlkampf der Republikaner aus. Foto: dapdWeitere Bilder anzeigen
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03.05.2012 12:34Am 2. Mai steigt Newt Gingrich offiziell aus dem Vorwahlkampf der Republikaner aus.

Mitt Romney hat alle drei Vorwahlen in der Nacht zu Mittwoch gewonnen: in der Hauptstadt Washington DC, in Maryland und in Wisconsin. Die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten ist ihm nicht mehr zu nehmen. Nach gut der Hälfte der Vorwahlen hat er sich mehr als die Hälfte der 1144 Delegiertenstimmen gesichert, die er beim Parteitag Ende August benötigt. Nach Zählung des renommierten Internetportals „Realclearpolitics“ hat er nun 652 Delegierte. Der Nächstplatzierte Rick Santorum kommt nicht einmal auf halb so viele, 269.

Die nächsten Vorwahlen sind am 24. April in fünf Staaten. Santorum hofft auf einen Sieg in seinem Heimatstaat Pennsylvania, hat seinen Vorsprung in den Umfragen dort aber verloren. In Connecticut, Delaware, New York und Rhode Island liegt Romney in Führung. Die meisten Republikaner glauben, das Rennen sei entschieden. Nun sei es Zeit, sich hinter Romney zu stellen und geeint in die Hauptwahl gegen Barack Obama zu ziehen, sagen einflussreiche Konservative.

Zu ihnen gehört der Abgeordnete Paul Ryan, der mächtige Vorsitzende des Haushaltsausschusses. Der 42-Jährige ist ein nationaler Jungstar und genießt große Sympathien in Tea-Party-Kreisen, die Romney weiter mit Distanz betrachten. Sein Name steht für die Sparpläne („Ryan-Budget“), mit denen die Republikaner die Staatsfinanzen sanieren wollen. In Wisconsin ist er der Lokalmatador und gab den Einpeitscher, bevor ein überglücklicher und selbstsicherer Romney bei der Siegesfeier in Milwaukee ans Mikrofon trat. Romney machte Scherze, dass ihn ausnahmsweise nicht seine Frau Ann vorstelle. Ryan werde ihren Platz an seiner Seite nicht auf Dauer einnehmen.

Für eine Rede, die den Entscheidungsmoment der Kandidatenkür markieren sollte, sprach Romney zu wenig staatsmännisch und flüchtete sich in unnötig scharfe Polemik gegen Obama. Der Präsident glaube wohl wirklich, dass er gute Arbeit leiste, spottete er. Er verbringe zu viel Zeit an Bord seines Flugzeugs „Airforce One“ und habe den Kontakt zur Wirklichkeit verloren. Obamas historische Leistung bestehe darin, dass Amerika unter ihm mehr Arbeitsplätze verloren habe als je zuvor seit der Großen Depression.

Besser haften bleiben wird der auf den Tag gemünzte machtpolitische Kernsatz der Rede. Romney verwandelte ihn kurz, knapp und kaltblütig wie ein nervenstarker Schütze den Elfmeter. „I won them all!“ Wer will seinen Griff nach der Kandidatur nach dem jüngsten 3:0-Erfolg noch stoppen? Und wie soll das vor sich gehen?

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