US-Vorwahlen : Clinton und Obama fast gleichauf

Der Zweikampf um die demokratische Kandidatenkür wird immer spannender. In Umfragen liefern sich Hillary Clinton und Barack Obama vor dem "Super Tuesday" ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Obama Clinton
Die Herausforderer Barack Obama und Hillary Clinton. -Foto: AFP

WashingtonNach einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage lagen die Kontrahenten Hillary Clinton und Barack Obama kurz vor dem "Super-Dienstag" mit Abstimmungen in 24 Bundesstaaten US-weit nahezu gleichauf. Dagegen hat auf der republikanischen Seite Senator John McCain seinen Vorsprung vor seinem Rivalen Mitt Romney weiter ausgebaut und geht als klarer Favorit in den Abstimmungsmarathon am 5. Februar.

In einem erschöpfenden Endspurt eilten die Kandidaten am Wochenende durch so viele Staaten wie möglich. Millionen Dollar wurden vor allem auf der demokratischen Seite für Fernsehspots ausgegeben. US-Medien sprachen von einer Spannung und einem Aufwand, wie es sonst allenfalls direkt vor Präsidentschaftswahlen mit einem erwartet knappen Ausgang vorkommt. Nach der Umfrage des TV-Senders ABC und der "Washington Post" führte die Ex-First-Lady Clinton mit 47 zu 43 Prozent vor dem schwarzen Senator Obama. Das ist angesichts der möglichen Fehlerquote praktisch ein Patt, nachdem Clinton lange Zeit deutlich geführt hatte. McCain lag mit 48 Prozent vor Ex-Gouverneur Romney mit 24 Prozent. Der Senator aus Arizona äußerte sich zuversichtlich, dass er seine Nominierung als Präsidentschaftskandidat am Dienstag besiegeln könne. "Ich glaube, dass ich die Nominierung erhalten werde", sagte der 71-Jährige bei einem Wahlkampfauftritt in Massachusetts.

Bundesstaat Maine: Romney gewinnt

Romney seinerseits zeigte sich zuversichtlich, dass er am Dienstag gut genug abschneiden werde, um weiterhin im Rennen zu bleiben. Er verwies dabei auf einen jüngsten Erfolg bei der parteiinternen Kandidatenkür am Wochenende im US-Bundesstaat Maine, wo er nach Auszählung der meisten Stimmen auf gut 50 Prozent kam und McCain nur auf knapp über 20 Prozent. In Maine ging es allerdings nur um die kleine Zahl von 18 Delegiertenstimmen für den republikanischen Nominierungsparteitag im Sommer. Dort sind insgesamt 2380 Delegierte vertreten. Das heißt, der Gewinner muss mindestens 1191 Stimmen auf sich vereinigen. Allein die 24 Staaten, in denen am 5. Februar entschieden wird, stellen insgesamt 1081 Delegierte. Aber nicht alle von ihnen müssen auf dem Parteitag entsprechend dem Votum in ihrem jeweiligen Staat abstimmen.

Bei den Demokraten entsenden die Staaten mit Entscheidungen am "Super-Dienstag" insgesamt 2064 Delegierte zum Nominierungsparteitag. Auch hier ist aber ein Teil nicht an den Vorwahlausgang im jeweiligen Staat gebunden. Für eine Nominierung auf dem Parteitag ist die Unterstützung von mindestens 2025 der insgesamt 4049 Delegierten nötig. Während Experten erwarten, dass McCain am Dienstag seine Nominierung praktisch besiegeln kann, deutet bei den Demokraten alles auf eine Fortsetzung des Zweikampfes Clinton-Obama über den 5. Februar hinaus hin. Die nächsten möglicherweise entscheidenden Vorwahlen nach dem "Super-Dienstag" finden am 12. Februar in Virginia und Maryland an.

Demokraten: Obama gewinnt weitere Unterstützer

Obama erhielt unterdessen wichtige Unterstützung: Die angesehene "Los Angeles Times" empfahl am Samstag seine Nominierung als demokratischen Spitzenkandidaten. Das Blatt nannte Obama eine "inspirierende Führungspersönlichkeit" und eine "Verkörperung" der Sehnsucht "nach einem neuen Kapitel in der amerikanischen Geschichte". Auf der republikanischen Seite sprach sich die Zeitung für Senator John McCain aus Arizona aus. Nach Edward und Caroline Kennedy, dem Bruder und der Tochter des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy, erhielt Obama zudem am Wochenende auch den Zuspruch von Ethel Kennedy. Sie ist die Witwe von Robert Kennedy, dem ebenfalls ermordeten Bruder von John F. und Edward Kennedy. (mhz/dpa)

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