US-Vorwahlen : Clinton verliert Weiße und Latinos an Obama

Nächste Hiobsbotschaft für Hillary Clinton: Die Senatorin hat nicht nur drei Staaten an Konkurrent Barack Obama verloren, sondern kann sich auch nicht mehr auf ihre wichtigsten Wählergruppen verlassen: Frauen und Latinos.

Jörg Vogler
Obama
Immer mehr weiße Wählerinnen wenden sich von Hillary Clinton ab. -Foto: dpa

BerlinBarack Obama hat bei seinen Vorwahl-Erfolgen in der US-Hauptstadt, Maryland und Virginia Konkurrentin Hillary Clinton offenbar in allen wichtigen Wählergruppen geschlagen. Laut Nachwahlanalysen gewann der schwarze Senator vor allem bei weißen Frauen und Latinos hinzu; die farbigen Wähler sind ohnehin auf seiner Seite. Auch bei weißen Männern konnte Obama gegenüber Clinton Boden gut machen.

In Maryland und Virginia wählten CNN zufolge mehr als 60 Prozent der Frauen Obama, was eine Umkehrung des bisherigen Trends bedeuten würde. Zuvor hatten Frauen als "Rückgrat" von Clintons Wahlkampagne gegolten und ihr bei früheren Vorwahlen zu wichtigen Siegen verholfen.

Die Senatorin verlor aber auch bei weißen Männern fast erdrutschartig: CNN zufolge entschieden sich mehr als zwei Drittel in den beiden Staaten für Obama. Betrachtet man alle weißen Wähler, so lagen Clinton und Obama in Virginia gleichauf; in Maryland konnte Obama einen leichten Vorsprung verzeichnen. Bei den bisherigen Vorwahlen hatte Clinton zumeist auf einen sicheren Vorsprung bei Weißen bauen können.

Mehr als 90 Prozent der Schwarzen wählen Obama

Noch deutlicher fällt das Ergebnis in der Gruppe der schwarzen Wähler aus. Hier erreicht Obama Zustimmungsquoten von über 90 Prozent. Und auch bei den Latinos macht Obama Boden gut: In Virginia und Maryland betrug sein Vorsprung vor Clinton mehr als sechs Prozentpunkte. Das fällt nicht besonders ins Gewicht, weil in beiden Staaten weniger als fünf Prozent der Wähler Latinos sind. Trotzdem deutet die Entwicklung auf einen für Clinton verheerenden Trend hin: Latinos hatten ihr bislang traditionell die Treue gehalten; ihr Mann Bill gilt vielen Latinos bis heute als "ihr Präsident".

Eine deutliche Mehrheit konnte Clinton in den beiden Staaten lediglich bei weißen Frauen erringen; hier lag sie in Virginia zehn und in Maryland 13 Prozentpunkte in Front.

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