US-Vorwahlen : Nächste Runde im Kandidatenkampf

Das Duell bei den Demokraten zwischen Hillary Rodham Clinton und Barrack Obama geht in die nächste Runde. In Hawaii und Wisconsin wird abgestimmt. Der Ton zwischen den Wahlkämpfern wird indes schärfer. Die Kontrahenten richten Plagiatsvorwürfe gegeneinander.

Amir El-Ghussein

BerlinDie Ausgangssituation ist klar: Obama hat die letzten acht Wahlen für sich entschieden und Hillary Clinton in der Gesamtzahl der Delegiertenstimmen überflügelt. Er surft auf einer Erfolgswelle und trachtet danach den Abstand zu seiner Rivalin zu vergrößern. Hillary Clinton versucht indes verzweifelt zu beweisen, dass sie noch siegfähig ist, muss sich aber bereits auf die Wahlen in den großen Staaten wie Ohio und Texas konzentrieren.

Auf Hawaii versammeln sich die Demokraten zu einem kleinen Parteitag (Caucus) und krönen ihren Kandidaten für die Präsidentschaft. 20 Delegiertenstimmen sind auf der Ferieninsel zu holen. Obama ist favorisiert, aber nicht nur weil er dort geboren wurde. Bisher hat er fast alle Parteitagsabstimmungen, die so genannten Caucus', für sich entscheiden können. Für Hillary Clinton tourt ihre Tochter über die Insel und hofft Demokraten von den politischen Ideen der Ex-First-Lady zu überzeugen. Vermutlich wird Obama aber hier einen klaren Sieg einfahren.

Enges Rennen in Wisconsin

Der wichtigere Staat ist Wisconsin mit seinen mehr als fünf Millionen Einwohnern stehen 74 Delegierte zur Wahl. Hier strömen die Parteimitglieder bereits an die Urnen. Clinton und Obama haben sich einen harten Kampf geliefert. In einer Umfrage der American Research Group liegt der schwarze Hoffungsträger mit 49 Prozent leicht vor der Ex-First-Lady, sie erreicht 43 Prozent.


Der Wahlkampf wird derzeit von scharfen gegenseitigen Vorwürfen der Kandidaten geprägt. Clinton wirft ihrem Rivalen mangelnde politische Substanz vor. "Es gibt einen Unterschied zwischen schönen Reden und politischen Lösungen", sagt sie. Obama hält ihr entgegen: "Ich entschuldige mich nicht dafür, dass ich bei den Leuten Begeisterung erzeuge."

Gegenseitige Vorwürfe

Beide Seiten bezichtigen sich des Ideenklaus: Clintons Wahlkampfteam kritisiert, dass Obama am Wochenende in einer Rede Passagen aus einer Ansprache des Gouverneurs von Massachusetts, eines Obama-Unterstützers, verwendet hat - ohne die Quelle zu nennen. Obama räumt dies als Fehler ein und beschuldigt Clinton im Gegenzug, Passagen aus seinen eigenen Reden kopiert zu haben.

Am 4. März stehen die nächsten Wahlen in Ohio, Texas und Vermont an. Wenn Hillary Clinton in Wisconsin verliert, so steht für viele Polit-Strategen fest, könnte das schon die letzte Chance für die Demokratin werden. In Ohio und in Texas - dort stehen immerhin 193 Delegierten zur Wahl - bietet sich eine große Chance verlorenen Boden wieder gutzumachen.

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