US-Vorwahlen : Obama gewinnt in Hawaii und Wisconsin

Barack Obama setzt seine Siegesserie fort: Auch im US-Bundesstaat Hawaii liegt der schwarze Senator vorn. Für die Ex-First Lady Hillary Clinton wird es damit langsam eng: In Wisconsin unterlag sie überraschend deutlich. Bei den Republikanern baut Senator John McCain unterdessen seine Führungsposition aus.

Barack Obama hat nach Angaben des TV-Senders CNN auch die parteiinterne Abstimmung der Demokraten im US-Bundesstaat Hawaii gewonnen. Obama hat damit bei den letzten zehn Abstimmungen über seine Konkurrentin Hillary Clinton triumphiert.

Ein gutes Abschneiden Obamas auf der Insel war allerdings erwartet worden, da der schwarze US-Senator dort aufwuchs. Obama baut damit seine knappe Führung vor Clinton im Rennen um die Wahlmänner für den Nominierungsparteitag Ende August leicht aus. Clinton setzt nun vor allem auf Siege in den Bundesstaaten Texas und Ohio am 4. März.

Sieg in Wisconsin

Zuvor hatte Barack Obama auch bei der Vorwahl in  Wisconsin gewonnen: Dort liegt er nach vorläufigen Ergebnissen  weit mehr als zehn Prozentpunkte vor der ehemaligen First Lady Hillary Clinton. Demnach kommt der Senator auf 57 Prozent, Clinton lediglich auf 42. "Dies ist eine große Nacht für Obama", kommentiert der US-Sender CNN den Sieg.

Obamas Sieg in Wisconsin  ist nach Ansicht von Wahlexperten besonders bemerkenswert, da in dem Mittelwest-Staat das Wählerklientel Clintons vorherrscht. "Hier leben viele weiße Arbeiter, die nicht viel verdienen und es gibt nur wenige Schwarze", erklärt ein Kommentator im US-Fernsehen. "Jetzt hat es Clinton sehr schwer". Clinton, die in Ohio auf Wahlkampftour war, wirft Obama indes vor, er habe nur Worte zu Versprechungen zu bieten. "Es kommt aber nicht auf Reden an, sondern darauf, dass man Lösungen anbietet."

Entscheidung wohl erst auf Parteitag

"Wir müssen eine andere Richtung einschlagen, wir müssen ein neues Kapitel aufschlagen", rief der 46-jährige Obama vor jubelnden Anhängern. Falls er im Herbst zum Präsidenten gewählt werde, wolle er die US-Truppen "noch im Jahr 2009 aus dem Irak nach Hause bringen". Allerdings warnte er, der von ihm angestrebte politische Wandel werde nicht leicht sein. "Aber der Wandel ist möglich."

Am Dienstag wählten die Demokraten auch in Hawaii, wo Obama geboren wurde und als Favorit gilt. Dort werden erste Ergebnisse nach 8 Uhr (MEZ) erwartet. Trotz des erneuten Sieges Obamas gehen Wahlexperten allerdings davon aus, dass es erst auf dem Nominierungsparteitag Anfang September zu einer endgültigen Entscheidung kommen wird, wer die Demokraten am 4. November in die Präsidentenwahlen führt. Als nächste entscheidende Etappe gelten die Abstimmungen am 4. März in den bevölkerungsreichen Staaten Texas und Ohio.

Bei den Republikanern gewinnt im US-Bundesstaat Washington unterdessen der landesweite Favorit John McCain vor seinem Konkurrenten Mike Huckabee, der damit jetzt so gut wie keine Chancen mehr hat. 54 Prozent stimmten für McCain, lediglich 38 für Huckabee. Der 71-Jährige Senator aus Arizona hatte zuvor bei den Vorwahlen in Wisconsin einen klaren Sieg über seinen Herausforderer Mike Huckabee errungen. "Ich verspreche Euch, ich werde den Wahlkampf mit Entschlossenheit und Stärke führen", sagte McCain. Als einer der wichtigsten Aufgaben nannte er "den Krieg gegen muslimische Extremisten". (jam/mhz/td/AFP/dpa)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben