US-Vorwahlen : Obama ist erneut der Favorit

Auch bei den US-Vorwahlen in Virginia, Maryland und in der Bundeshauptstadt Washington gilt Barack Obama als Favorit. Hillary Clinton hat die Abstimmungen dort abgeschrieben und setzt ganz auf Ohio und Texas. Die endgültige Entscheidung könnte erst auf dem Parteitag fallen.

Obama
Wahlkampfveranstaltung in Maryland: Obama ist der Favorit. -Foto: AFP

Das Duell zwischen Hillary Clinton und Barack Obama um die Kandidatur im Rennen um das Weiße Haus wird nach Ansicht
von US-Kommentatoren vermutlich noch Wochen oder Monate weitergehen. Auch von den Vorwahlen in Virginia, Maryland und in der Bundeshauptstadt Washington, bei denen der schwarze Bewerber Obama als Favorit gilt, wird keine Entscheidung erwartet. Angesichts des Kopf-an-Kopf-Rennens stellen sich Wahlstrategen in beiden Lagern darauf ein, dass erst beim Nominierungsparteitag der Demokraten Ende August in Denver eine Entscheidung fällt.

Bei den Republikanern steht hingegen die Nominierung des 71-jährigen John McCain schon so gut wie fest. Allerdings machte sein Konkurrent Mike Huckabee erneut deutlich, dass er nicht aufgeben werde und seine Kandidatur aufrecht erhalte.

Erst am Wochenende hatte Obama in den vier Bundesstaaten Louisiana, Nebraska, Maine und Washington gewonnen. Auch für die Vorwahlen am Dinestag gilt Obama als Favorit, weil es in Virginia, Maryland und in der Bundeshauptstadt viele schwarze Wähler sowie viele gut verdienende Weiße gibt. Diese Schichten gelten als Klientel Obamas.

Wenn Obama gewinnt, hat er 22 Staaten für sich gewinnen können

"Clinton hat klare Probleme", meinte ein TV-Kommentator. Die ehemalige First Lady habe bereits die Vorwahlen in den Bundesstaaten Ohio und Texas am 4. März im Blick, die wegen ihrer hohen Bevölkerungszahlen besonderes politisches Gewicht haben. "Sie muss in Ohio und Texas mit klarem Vorsprung gewinnen, sonst ist sie aus dem Rennen", zitiert die "New York Times" einen Experten. Angesichts der Siegesserie Obamas hatte Clinton bereits ihre Wahlkampfchefin Patti Solis Doyle durch ihre ehemalige Stabschefin als First Lady, Maggie Williams, ersetzt.

Liegt Obama, wie von Umfragen erwartet, auch am Dienstag vorn, hätte er in 22 Staaten oder US-Territorien gewonnen, Clinton lediglich in 12. Allerdings hat sie in den bevölkerungsreichsten Staaten wie New York und Kalifornien gepunktet. Daher hinkt Obama weiterhin bei den Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag hinter seiner Kontrahentin hinterher. Aber es wird immer knapper: Nach vorläufigen Angaben trennten beide lediglich zwischen 20 und 30 Delegiertenstimmen.

Angesichts des andauernden Kopf-an-Kopf Rennens kümmern sich Clinton und Obama bereits zunehmend um die "Superdelegierten", die beim Parteitag den Ausschlag geben könnten. Dabei handelt es sich um fast 800 Delegierte, die nicht gewählt werden, sondern kraft Amt beim Parteitag dabei sind. Meist handelt es sich um demokratischen Gouverneure, Senatoren sowie anderweitig prominente Politiker und hohe Beamte. Sie sind nicht wie die normalen Delegierten an das Votum der Wähler in ihrem Staat gebunden, sondern können sich frei zwischen den Kandidaten entscheiden. Erst etwa die Hälfte der "Superdelegierten" habe sich bereits für Clinton oder Obama entschieden, heißt es. (dpa/nim)

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