US-Vorwahlen : Obama liegt bei den Delegierten vorn - Clinton bei den "Superdelegierten"

Barack Obama oder Hillary Clinton? Das Rennen um die demokratische Kandidatur fürs Weiße Haus ist wieder völlig offen. Jetzt wird immer wahrscheinlicher, dass letztendlich die Superdeligierten, also die Parteielite der Demokraten, das Zünglein an der Waage werden. Einer bestimmten Superdeligiertenstimme dürfte sich Hillary ganz besonders sicher sein.

Hillary Clinton
Hillary triumphiert in Ohio und Texas. -Foto: AFP

WashingtonDie Zeit läuft, das Rennen wird immer knapper, und Zwist beim Nominierungsparteitag der US-Demokraten im Sommer scheint unausweichlich: Nach den Erfolgen Hillary Clintons bei den jüngsten Vorwahlen in Texas und Ohio ist es noch unwahrscheinlicher geworden, dass sie oder Barack Obama genügend Delegiertenstimmen für eine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten zusammenbekommen. Zünglein an der Waage werden dann die so genannten Superdelegierten, die auf dem Parteitag bei der Stimmabgabe unabhängig sind.

Es handelt sich um die Partei-Elite der US-Demokraten: Kongressabgeordnete, Senatoren, Gouverneure, Expräsidenten, Mitglieder der Parteiführung in Washington und in den Bundesstaaten. Sie alle haben von Amts wegen Stimmrecht auf dem Wahlparteitag, auf dem Ende August in Denver der Kandidat für die Präsidentschaft gekürt wird. Die "Superdelegierten" machen dort 796 von 4049 Delegierten aus. Laut der Internetseite realclearpolitics.com sprachen sich bislang 241 von ihnen für Clinton und 202 für Obama aus. Der Rest lässt seine Entscheidung noch offen.

Der Einfluss des Parteiestablishments
 
Obama führt dagegen beim Gros der Delegierten, die in den Vorwahlen in den Bundesstaaten bestimmt werden. Diese Deligierten sind in ihrem Abstimmungsverhalten je nach Wahlergebnis einem der beiden Kandidaten verpflichtet - sind also nicht unabhängig beim Nominierungsparteitag. Spitzenkandidat wird, wer insgesamt die Mehrheit der Delegierten hinter sich bringt, mindestens 2025. Nach den jüngsten Vorwahlen kommt Obama am Mittwoch auf 1542 Delegierte - Clinton liegt bei 1447 Delegierten.

Möglich ist, dass die Mehrheit der "Superdelegierten" am Ende Clinton zum Sieg verhilft, obwohl Obama mehr gewählte Delegierte hinter sich gebracht hat. Dies wäre zwar legal, würde aber den Eindruck erwecken, die Partei-Elite drehe das Votum der Basis um. Erdacht wurden die "Superdelegierten" im Jahr 1982 von der demokratischen Parteiführung. Sie wollte damit den Einfluss des Parteiestablishments auf den Nominierungsprozess sichern. Zu den bekanntesten "Superdelegierten" dürfte Bill Clinton zählen, als Ex-Präsident hat er automatisch Stimmrecht. (jam/AFP)

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