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US-Vorwahlkampf : Topmanagerin Carly Fiorina will US-Präsidentin werden

Sie ist der weibliche Gegenentwurf der Republikaner zu Hillary Clinton: Carly Fiorina. Anders ist sie vor allem in einem: Sie ist ganz und gar nicht perfekt. Die Geschäftsfrau hat nun angekündigt, für die Republikaner antreten zu wollen.

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Will US-Präsidentin für die Republikaner werden: Topmanagerin Carly Fiorina
Will US-Präsidentin für die Republikaner werden: Topmanagerin Carly FiorinaFoto: Reuters/Brian Snyder

Hillary Clinton darf nicht Präsidentin werden“, ruft Carly Fiorina in diesen Tagen in die konservativen Auditorien des Landes; und kann sich des stärksten Beifalls stets sicher sein. „Aber nicht, weil sie eine Frau ist.“ Auf den Nachsatz kommt es an. Denn dass eine Frau Barack Obama im Januar 2017 ablösen könnte, hält Fiorina sehr wohl für eine gute Idee. Und nur eine steht potenziell noch zur Wahl: Carly Fiorina, 60 Jahre alt, konservative Republikanerin und Ex-Chefin des Computergiganten HP.

Nun hat sie erwartungsmäß ihren Einstieg ins Rennen um die Kandidatur angekündigt. „Ich denke, ich bin die Beste für den Job, weil ich verstehe, wie die Wirtschaft funktioniert“, sagte sie dem TV-Sender ABC am Montag. Umfragen zufolge ist sie jedoch in ihrem Lager chancenlos, anders als die Senatoren Rand Paul und Marco Rubio sowie der ehemalige Florida-Gouverneur Jeb Bush.

Noch ist Carly Fiorina unter den Wählern der Republikaner wenig bekannt

Gerade mal zwei Prozent des potenziellen republikanischen Wählervolks kennen derzeit die Frau aus Texas, die in Kalifornien zur erfolgreichen Geschäftsfrau aufgestiegen ist. Doch wo Jeb Bush als dynastische Alternative zu Clinton antritt, präsentiert sich Carly Fiorina als deren weiblicher Gegenentwurf. Und wenn es eine Sache gibt, die die Republikaner im gerade begonnenen Wahlkampf eint, dann der Hass auf die ehemalige Außenministerin, Senatorin und First Lady. Bush und Fiorina wären ein interessantes Gegnerinnen-Team.

Die elegante Geschäftsfrau hat eine Brustkrebserkrankung überlebt

Wo Fiorina auf ihrer Tour durch die USA auftritt, sieht man eine elegante Geschäftsfrau, manikürt, das blonde Haar perfekt frisiert. Ihr Image ist das einer versierten Managerin mit streng konservativen Werten; eine, die Amerika voranbringen kann. Es gibt aber auch andere Bilder. Im November 2009 zeigte sich Fiorina mit sehr kurzen silbergrauen Haaren. Sie hatte gerade eine Chemotherapie hinter sich. „Das ist das stolze Aussehen einer Brustkrebs-Überlebenden“, sagte sie damals. Kurz nach der Operation war sie an die Ostküste zur Beerdigung ihrer Stieftochter geflogen. Umschreibungen deuten auf einen Drogentod hin.

Fiorinas Lebenslauf ist alles andere als perfekt. Auch da ist sie der Gegenentwurf. Fiorina hat einen Abschluss als Historikerin. Und wo Clinton früh Anwältin war, brach Fiorina das anschließende Jurastudium ab. Erst über Jobs als kleine Angestellte bei Technologie-Firmen und zusätzliche Business-Abschlüsse arbeitete sie sich ehrgeizig an die Spitze eines, wenn auch strauchelnden Weltunternehmens. Nach sechs Jahren wurde sie dort gefeuert. In der Branche hielt man ihr eine lange Fehlerliste vor. Insbesondere der Kauf des defizitären PC-Herstellers Compaq soll zum Rausschmiss erster Klasse geführt haben. Auf der Fehlerliste taucht noch ein weiterer Punkt auf: ein übergroßes Ego.

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