Politik : US-Wahl: "Amerikas neuer Staatschef heißt Gorebush"

Der russische Präsident Wladimir Putin hat Washington russische Hilfe bei der Auszählung der Stimmen der US-Präsidentschaftswahlen angeboten - im Scherz. Im Gespräch mit Journalisten während eines Aufenthalts in Rostow am Don verwies er angesichts der Verzögerung bei den Wahlergebnissen in den USA darauf, dass sich Russlands Vorsitzender der Zentralen Wahlkommission, Alexander Weschnjakow, gegenwärtig in den USA aufhalte. "Nötigenfalls kann er seinen amerikanischen Kollegen helfen", scherzte Putin. Zudem hat die mühsame Suche nach einem amerikanischen Staatschef Kopfschütteln und Schmunzeln ausgelöst. Kaum eine Zeitung ließ am Donnerstag erstaunte Kommentare über das Wahlverfahren in den USA aus. "Der Präsident heißt Gorebush", witzelte das Wirtschaftsblatt "Wedomosti" über das Kopf an Kopf-Rennen von George W. Bush und Al Gore.

Der kubanische Staatschef Fidel Castro hat Wort gehalten und den Tag der US-Präsidentschaftswahl am Strand verbracht. Der Revolutionsführer schwatzte am Dienstag in Santa Mara del Mar nahe Havanna mit ausländischen Badegästen und gab ein paar überraschten Urlaubern Autogramme. "Ich hatte gesagt, dass ich den Wahltag wie die meisten Amerikaner am Strand verbringen werde," sagte Castro, womit er auf die geringe Wahlbeteiligung in den USA der vergangenen Jahre anspielte. Bereits frühzeitig hatte der kubanische Staatschef sein Urteil über die beiden Bewerber um das US-Präsidentenamt gefällt. George W. Bush und Al Gore seien schlicht "langweilig und fade", sagte Castro vor Wochen, und er sprach beiden zugleich "feste Prinzipien" und "Sensibilität" für soziale Probleme ab. Dem republikanischen und dem demokratischen Kandidaten fehle es auch an "Klugheit und Persönlichkeit". AFP

Das iranische Fernsehen hat sich mit einer Hollywood-Komödie über Korruption im Weißen Haus über den Verlauf der US-Präsidentschaftswahl lustig gemacht. Als sich das Ergebnis der Wahl am Donnerstag weiter verzögerte, strahlte der staatliche Sender "Khabar" die 1996 gedrehte Komödie "My Fellow Americans" über Mordanschläge gegen zwei ehemalige US-Präsidenten aus. Der ernsthafte und zugleich lustige Film spiegele teilweise die gegenwärtige Situation in den Vereinigten Staaten wider, teilte der Sender mit. Auch die Nachrichtensendungen in Iran berichteten, die Amerikaner trauten ihren beiden Präsidentschaftskandidaten nicht. Iran und die USA unterhalten seit mehr als 20 Jahren keine diplomatischen Beziehungen mehr.

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