US-Wahl : Das sind die entscheidenden Staaten

Viele der Staaten sind traditionell in demokratischer oder republikanischer Hand. Da sind auch bei dieser Wahl kaum Überraschungen zu erwarten. Doch einige Staaten wechseln häufiger die Seiten. Sie heißen "Swing"-" oder "Battleground"-Staaten und gelten als wahlentscheidend, dort wird der Präsident gemacht.

Ohio
Wahlkampfveranstaltung der Republikaner im umkämpften Ohio. -Foto: AFP

Washington Die politische Landkarte der USA ist von zwei Farben geprägt: blau (demokratisch) und rot (republikanisch). Demokratisch dominiert sind etwa das liberale Kalifornien an der Westküste und die amerikanische Nordostküste. Traditionell republikanische Hochburg ist der konservative Süden mit Bundesstaaten wie Georgia oder Texas.

Doch nicht in allen US-Bundesstaaten ist die politische Verteilung derart stabil. Es gibt Gebiete, in denen keine Partei eine strukturelle Mehrheit vorzuweisen hat. In diesen Staaten wird von Wahl zu Wahl unterschiedlich gewählt: mal mehrheitlich demokratisch, mal überwiegend republikanisch. Diese Regionen werden als "Battleground"-Staaten (Schlachtfeldstaaten) oder auch "Swing"-Staaten (Pendelstaaten) bezeichnet. Da dort die meisten noch unentschiedenen Wähler leben, gilt das Wahlergebnis in diesen Staaten als insgesamt entscheidend. Die jeweiligen Anwärter auf das Präsidentenamt legen deshalb auf diese Regionen ein ganz besonderes Augenmerk.

Die Wahlmänner machen den Präsidenten

In den USA wird der Präsident nicht direkt gewählt, sondern durch ein Wahlmännergremium (Electoral College). Der jeweilige Sieger in einem Staat erhält stets alle Wahlmänner-Stimmen, die dem betreffenden Staat zugeordnet sind. Wie viele, hängt jeweils von der Einwohnerzahl ab.

Vor allem drei große Staaten an der US-Ostküste, Pennsylvania (21 Wahlmänner) und Ohio (20) im Norden sowie der südliche Küstenzipfel Florida (27) werden im Wahljahr 2008 von US-Wahlexperten als diejenigen genannt, die es zu gewinnen gilt. Es sind die gleichen Bundesstaaten, die bereits bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 und 2004 im Blickpunkt des Interesses standen. Pennsylvania ging dabei zweimal an die Demokraten, in Ohio und Florida siegten die Republikaner. Hinzu kommt im Wahljahr 2008 der hart umkämpfte große Südstaat Virginia mit seinen 13 zu vergebenen Wahlmännerstimmen.

Daneben wenden sich die Präsidentschaftskandidaten Barack Obama (Demokrat) und John McCain (Republikaner) verstärkt einigen kleinere Bundesstaaten zu, die dafür bekannt sind, in ihrem Votum nicht auf eine Partei festgelegt zu sein. Das demokratische Lager konzentriert sich seit Monaten auf die Staaten Colorado (neun Wahlmänner), Iowa (sieben), New Mexico und Nevada (jeweils fünf), die alle bei der Präsidentschaftswahl 2004 an die Republikaner gingen. Das konservative Wahlkampflager versucht, die Staaten Wisconsin (zehn) und New Hampshire (vier) zurückzugewinnen, in denen vor vier Jahren der Demokrat John Kerry siegreich war. (ae/dpa)

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