US-Wahl : McCain bekommt Konkurrenz - vom rechten Flügel

Völlig unerwartet hat ein ehemaliger republikanischer Abgeordneter angekündigt, bei der Wahl zum amerikanischen Präsidenten antreten zu wollen. Er zielt auf die konservative Wählerschicht, der McCain als zu liberal gilt.

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Konkurrenz für McCain. Der libertäre Bob Barr kündigt in Washington seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl an. -Foto: dpa

WashingtonDer republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain bekommt Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Der frühere republikanische Kongressabgeordnete Bob Barr kündigte am Montag seine Kandidatur für die Nachfolge von US-Präsident George W. Bush an. Er wolle als Spitzenkandidat der konservativen Libertarian Party in die Wahl gehen, sagte Barr. Dem Kandidaten McCain mangele es an "einer Vision, die beim amerikanischen Volk positiven Widerhall findet", kritisierte der 59-Jährige. Anders als McCain wolle er sich um einen rigiden Sparkurs sowie ein Ende des Militäreinsatzes im Irak bemühen. Derzeit sei "kein Kandidat am Horizont erkennbar", der diese Positionen vertrete.

Barr zielt nach eigenen Angaben vor allem auf konservative Wähler, unter denen McCain wenig Anklang findet. Als republikanischer Abgeordneter hatte Barr Ende der 90er Jahre vor allem durch seine aktive Rolle im Amtsenthebungsverfahren gegen den damaligen Präsidenten Bill Clinton von sich reden gemacht.

Die angeblich drittstärkste Partei hat nur wenig Einfluss

Die Libertäre Partei ist eigenen Angaben zufolge nach den Demokraten und Republikanern die drittgrößte Partei in den USA. Sie stellt aber wegen des geltenden Mehrheitswahlrechts kaum Amtsträger. Ihre Hauptziele sind innenpolitisch die Verkleinerung des Staatsapparats, Budgetkürzungen und Steuersenkungen. Außenpolitisch will sie eine Rückkehr der USA zum Isolationismus.

Präsidentschaftskandidaten, die nicht den beiden großen Parteien angehören, haben in den USA traditionell kaum Wahlchancen. Zuletzt erzielte der texanische Milliardär Ross Perot bei der Wahl 1992 als unabhängiger Kandidat mit 19 Prozent der Stimmen einen Achtungserfolg. (stb/AFP)

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