US-Wahl : McCain-Topberater tritt zurück

Ein Spitzenberater des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten John McCain ist nach umstrittenen Äußerungen im Wahlkampf zurückgetreten. Der Wirtschaftsfachmann Phil Gramm hatte die USA als eine "Nation von Jammerlappen" bezeichnet.

Phil Gramm
Phil Gramm (l.) mit Präsidentschaftskandidat John McCain. -Foto: AFP

WashingtonNach umstrittenen Äußerungen über die Rezessionsangst der US-Bürger ist ein Wahlkampfmanager des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers John McCain zurückgetreten. "Es ist mir klar, dass die Demokraten lieber mich angreifen wollen, als mit Senator McCain über wichtige Wirtschaftsthemen des Landes zu diskutieren", erklärte der Co-Vorsitzende von McCains Wahlkampfteam, Phil Gramm. Um diesen Zustand zu beenden, gebe er sein Amt auf und schließe sich der "wachsenden Zahl von McCains Unterstützern an der Basis" an. Der frühere Senator von Texas war ein wichtiger wirtschaftlicher Berater von McCain.

Gramm hatte in einem Interview mit der "Washington Times" gesagt, entgegen der weit verbreiteten Angst vor einer Rezession sei die US-Wirtschaft immer noch stark. Es gebe lediglich eine "mentale Rezession". "Wir sind so etwas wie eine Nation der Jammerer geworden, man hört nur ständiges Jammern, Klagen über den Verlust von Wettbewerbsfähigkeit, Amerika im Abschwung", kritisierte Gramm in dem Interview. McCain hatte die Äußerungen kurz darauf entschieden zurückgewiesen. Das Wahlkampfteam seines demokratischen Herausforderers Barack Obama hatte Gramms Äußerung aber als Beweis dafür angeführt, dass die Republikaner keinen Sinn für die Nöte der US-Bürger angesichts steigender Lebensmittel- und Treibstoffpreise hätten.

Zu Gramms Rücktritt erklärte Hari Sevugan, ein Sprecher Obamas, entscheidend sei, ob McCain künftig Gramms wirtschaftspolitischem Entwurf folgen würde. Wenn der Republikaner daran festhalte, führe er eine Politik fort, die die Familien in den USA in den vergangenen Jahren im Stich gelassen habe. (feh/AFP)

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