US-Wahl : Vom Konkurrenten zum Wahlhelfer - Edwards unterstützt Obama

John Edwards, der frühere Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, bezieht nun Position. Er hat sich öffentlich für Barack Obama erklärt. Hillary Clinton lässt sich aber auch von dieser Hiobsbotschaft nicht beeindrucken und gibt sich kämpferisch.

Obama
Im Januar hatte John Edwards noch für die eigene Kandidatur gekämpft. Nun stellt er sich auf Obamas Seite. -Foto: AFP

WashingtonNach monatelanger Zurückhaltung hat der demokratische Spitzenpolitiker und frühere Präsidentschaftsbewerber in den USA, John Edwards, seine Unterstützung für eine Präsidentschaftskandidatur Barack Obamas erklärt. "Wie die Wähler der Demokraten habe auch ich meine Wahl getroffen" sagte Edwards bei einer Wahlkampfveranstaltung für Obama am Mittwoch in Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan. Gleichzeitig lobte Edwards die Entschlossenheit von Obamas Rivalin Hillary Clinton, die sich trotz schwindender Chancen auf die Kandidatur nicht vorzeitig aus dem Rennen verabschieden will.

"Es gibt einen Mann, der in seinem Herzen weiß, dass es Zeit ist, ein Amerika zu schaffen, nicht zwei. Dieser Mann heißt Barack Obama", sagte Edwards vor jubelnden Anhänger Obamas. Der Senator aus Illinois wisse, wie eine grundlegende Veränderung herbeizuführen sei. Hillary Clinton lobte er dafür, die demokratische Partei gestärkt zu haben, indem sie beharrlich für jene Themen kämpfe, die ihr am Herzen lägen. Auch die Entschlossenheit der New Yorker Senatorin betonte er: Es sei sehr schwer, jeden Tag vor die Menschen zu treten und zu kämpfen, wie Clinton dies tue, sagte Edwards. Edwards hatte sich Ende Januar aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur zurückgezogen. Er gilt als sehr beliebt in der weißen amerikanischen Arbeiterschicht, die weniger Obamas als Clintons Wählerschicht darstellen.

Clinton: "Der Wahlkampf geht weiter"

Clintons Wahlkampfleiter Terry McAuliffe sagte nach Edwards Ankündigung, Clintons Team respektiere Edwards. Aber das jüngste Vorwahlergebnis in West Virginia zeige, dass die Entscheidung im Rennen zwischen den demokratischen Kandidaten noch nicht gefallen sei. Clinton erzielte in dem industriell geprägten Bundesstaat am Dienstag mit 67 Prozent der Stimmen den erwarteten klaren Sieg. Obama kam lediglich auf 26 Prozent der Stimmen. Seine Führung in der Gesamtwertung der US-Demokraten ist aber unangefochten. Clinton erklärte, sie sei "entschlossener denn je", ihre Kampagne bis zum Ende der Vorwahlen am 3. Juni fortzuführen. "Der Wahlkampf geht weiter", sagte sie.

Insgesamt verfügt Obama nach mehr als 40 Vorwahlen derzeit nach einer Zählung der Politikwebseite RealClearPolitics über 1886 der 4049 Delegierten auf dem Wahlparteitag, Clinton kommt auf 1719. Zur Nominierung benötigt werden 2025 Stimmen. Den Ausschlag beim Parteitag Ende August dürften die sogenannten Superdeligierten geben, von denen sich inzwischen ebenfalls eine Mehrheit für Obama ausgesprochen hat. (ae/AFP)

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