US-Wahl : Wahllokale an der Ostküste öffnen

An der Ostküste haben die Wahllokale geöffnet. Die Wahlbehörden rechnen mit einer Rekordbeteiligung von 130 Millionen Wählern. Heiß begeehrt sind außerdem die Tickets zu Obamas gigantischer Wahlparty in Chicago.

Washington Obama oder McCain? In mehreren US-Bundesstaaten an der Ostküste werden die Wahllokale für die in aller Welt mit größter Spannung erwartete Präsidentenwahl geöffnet. Favorit ist der demokratische Spitzenbewerber Barack Obama. In letzten Meinungsumfragen führte der 47-Jährige landesweit vor seinem republikanischen Rivalen John McCain (72). Auch in wichtigen, möglicherweise wahlentscheidenden Schlüsselstaaten lag Obama vorn. Im Fall eines Sieges wäre er der erste schwarze Präsident der US-Geschichte.

Die Wahlbehörden rechnen mit einem Riesenandrang. Erwartet wird eine Rekordbeteiligung von bis zu 130 Millionen Wählern. Knapp drei Viertel aller Wahlberechtigten haben sich registrieren lassen. Schon in den vergangenen Wochen machten in 30 Bundesstaaten etliche Millionen Wähler von der Möglichkeit einer frühzeitigen Stimmabgabe Gebrauch. Auch Zehntausende von US-Soldaten im Irak haben bereits gewählt. Die ersten Wahllokale in den USA schließen um Mitternacht Mitteleuropäische Zeit (MEZ), die letzten am Mittwochmorgen um sechs Uhr MEZ.

Kleiner Erdrutschsieg für Obama in Rebublikaner-Hochburg

Einen kleinen "Erdrutschsieg", so der US-Nachrichtensender CNN, konnte Obama in Dixville Notch im US-Bundesstaat New Hampshire verbuchen, wo 15 der 21 Wahlberechtigten für Obama und somit nur sechs für McCain votierten. In der kleinen Ortschaft unweit der kanadischen Grenze brach Obama eine 40-jährige Vorherrschaft der Republikaner. Nur einmal, 1968, war es den Demokraten mit ihrem Bewerber Hubert Humphrey gelungen, in diesem Wahllokal zu siegen.

Gewählt werden am Dienstag auch die 435 Mitglieder des Abgeordnetenhauses und 35 der 100 Senatoren. Es wird erwartet, dass die Demokraten ihre Mehrheit in beiden Kongresskammern deutlich ausbauen können. Der Wahlkampf war zuletzt von den Auswirkungen der Finanzkrise beherrscht. Die noch vor vier Jahren dominanten Themen Terrorismusbekämpfung und Irak wurden von den Wirtschaftsproblemen weitgehend in den Hintergrund gedrängt.

Ansturm auf Obama-Wahlparty in Chicago

Einen großen Ansturm gibt es auch auf die Wahlparty von Barack Obama in seiner Heimatstadt Chicago: 65.000 Anhänger haben eine Freikarte für die gigantische Feier am Dienstagabend ergattert. Wer leer ausgegangen ist, könnte im Internet fündig werden. Ticket-Besitzer Sam Cooper bietet etwa ein ungewöhnliches Tauschgeschäft an: "Ich habe einen Sohn im Teenager-Alter, der bald ein Auto braucht", schrieb Cooper auf der Internetplattform Craigslist. "Wenn das Auto noch fährt und kein völliger Fehlgriff ist, können wir ins Geschäft kommen." Er habe schon ein paar interessante Angebote erhalten, sagte Cooper. Darunter seien auch "sehr höfliche Sex-Angebote" gewesen, an denen er jedoch nicht interessiert sei.

Andere Obama-Fans bieten Massagen, Mathematik-Nachhilfe - oder einfach Bargeld an. Um Schwarzmarktgeschäfte zu verhindern, hatte Obamas Wahlkampfteam auf jedes Ticket den Namen des Besitzers gedruckt. Jeder darf aber noch eine beliebige Begleitperson mit in den Grant Park bringen. Ein glücklicher Besitzer von zwei Freikarten suchte im Internet sogar zwei Begleiter - für 1000 Dollar (rund 785 Euro). Niedrigeren Angeboten erteilte er direkt eine Absage: "Wir sparen, um drei Kinder durchs College zu bringen. Ich will also nichts von Euren Studienkrediten hören und dass ihr Euch nur 20 Dollar leisten könnt." (bai/dpa)

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