US-Wahlen : Pentagon-Chef Rumsfeld tritt zurück

US-Präsident George W. Bush hat die Niederlage der Republikaner bei den Kongresswahlen eingestanden und den Rücktritt von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bekannt gegeben. Nachfolger wird der frühere CIA-Chef Robert Gates.

Washington - "Ich bin sehr enttäuscht über das Ergebnis der Wahlen", sagte er am Mittwoch vor Journalisten in Washington. Er übernehme einen "großen Teil der Verantwortung". Nachfolger von Rumsfeld werde der frühere CIA-Chef Robert Gates. Zugleich kündigte Bush an, mit den Demokraten zusammenzuarbeiten. Die Republikaner verloren im Repräsentantenhaus mindestens 25 Sitze und damit erstmals seit zwölf Jahren die Mehrheit an die Opposition. Um die Mehrheit im Senat gab es ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen.

Viele US-Bürger hätten ihrer Unzufriedenheit mit dem "Mangel an Fortschritt" im Irak Ausdruck verliehen, sagte Bush weiter. "Nun, nach einer Serie ernsthafter Gespräche, sind Minister Rumsfeld und ich übereingekommen, dass der Zeitpunkt für einen Wechsel im Pentagon der richtige ist", sagte Bush. Rumsfeld stand seit langem wegen seines Vorgehens in der Irak-Frage in der Kritik. Die Demokraten, aber auch zahlreiche ehemalige Militärs hatten ihm Inkompetenz vorgeworfen und seinen Rücktritt verlangt. Vor der Wahl hatte der Minister alle diese Forderungen weit von sich gewiesen. Sein Nachfolger, der 63-jährige Gates, stand von 1991 bis 1993 an der Spitze des US-Geheimdienstes CIA. Seine Karriere in der CIA begann er bereits 1966.

Seinem Vize-Präsidenten Dick Cheney sprach Bush das Vertrauen aus. Die demokratische Führungsriege rief geschlossen zu einem Wechsel in der Irak-Politik auf. "Wir können diesen katastrophalen Weg nicht fortsetzen", sagte die demokratischen Fraktionsführerin im US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi. "Deshalb sagen wir: 'Herr Präsident, wir brauchen eine neue Richtung im Irak.'" Bushs Sprecher Tony Snow erklärte, die Regierung stelle sich darauf ein, "mit den Demokraten bei den wichtigsten anstehenden Themen zusammenzuarbeiten". Bush telefonierte nach Regierungsangaben unter anderen mit Pelosi und lud sie für den Donnerstag ins Weiße Haus ein. Sie wird als designierte Vorsitzende des Repräsentantenhauses Bushs wichtigste Gegenspielerin sein. (tso/AFP)

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