US-Wahlkampf : Das Rennen bei den Republikanern ist wieder offen

23.01.2012 09:03 Uhrvon
Sieg des Außenseiters. Newt Gingrich und seine Frau Callista freuen sich mit Anhängern in South Carolina über den Erfolg bei den Vorwahlen. Foto: REUTERS
Sieg des Außenseiters. Newt Gingrich und seine Frau Callista freuen sich mit Anhängern in South Carolina über den Erfolg bei den Vorwahlen. - Foto: REUTERS

Newt Gingrich besiegt bei den Vorwahlen in South Carolina überraschend deutlich den Favoriten Mitt Romney. Der kann die Scharte in der nächsten Runde in Florida wieder auswetzen.

Er galt als der „unvermeidliche“ Kandidat, der im Herbst US-Präsident Barack Obama herausfordern wird. Diese Aura hat Mitt Romney in der Nacht zum Sonntag eingebüßt. Er verlor die dritte Vorwahl in South Carolina deutlich, erzielte 27,8 Prozent und lag am Ende mehr als zwölf Prozentpunkte hinter dem Sieger Newt Gingrich (40,4 Prozent). Dritter wurde mit 17 Prozent Rick Santorum, den die religiöse Rechte stützt, und Vierter der Querdenker Ron Paul (13 Prozent).

Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner wird nun keinen raschen Sieger finden, urteilen die US-Medien einhellig. Sie warnen jedoch davor, South Carolina als strategischen Wendepunkt zu interpretieren, der den Favoritensturz einleite. Romney sei der Einzige, der über eine landesweite Organisation sowie eine volle Kriegskasse verfüge und einen langen innerparteilichen Kampf durchhalten könne. Eine zentrale Frage wird sein, ob Romney die Zweifel bereits bei der nächsten Vorwahl am 31. Januar im strategisch wichtigen Florida durch einen überzeugenden Sieg überwinden kann. Derzeit liegt er dort im Schnitt der Umfragen mit 40,5 Prozent vor Gingrich (22 Prozent).

Freilich hatte Romney auch in South Carolina acht Tage vor der Abstimmung noch mit mehr als zehn Prozentpunkten geführt. US-Medien erklären die ungewöhnliche Dynamik – mehr als 20 Prozent wechselten binnen einer Woche ihre Präferenz – mit einer Mischung verschiedener Faktoren. In South Carolina sind die Republikaner deutlich konservativer und religiöser als im Schnitt der USA und damit empfänglich für Vorbehalte gegen Romney, der als zu moderat gilt und Mormone ist. Der Anteil von Soldaten und Reservisten ist hoch. Gingrich hatte die Zweifel an Romney geschickt bedient. Weil er aus dem Nachbarstaat Georgia stammt, genießt Gingrich hier einen Empathiebonus. Der schützte ihn gegen die Kritik an seinem Charakter, die er anderswo auf sich zieht. Er ist zum dritten Mal verheiratet, hatte außereheliche Affären und ist der einzige „Speaker“ des Abgeordnetenhauses, der wegen Ethikverstößen offiziell gemaßregelt wurde; deshalb musste er 300.000 Dollar Strafe zahlen.

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