US-Wahlkampf : Geheimdienst bewacht Obama

Barack Obama ist überraschend unter den Schutz des Secret Service gestellt worden, so früh wie kein anderer vor ihm. Der demokratische Präsidentschaftsanwärter zählt mittlerweile auch zu den "100 wichtigsten Leuten" der "Time".

Washington - Heimatschutzminister Michael Chertoff habe die Entscheidung nach Rücksprache mit einem Kongressausschuss getroffen. 18 Monate vor der Präsidentschaftswahl im November 2008 kommt der Schritt ungewöhnlich zeitig. Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten vor der Wahl 2004, John Kerry, und sein Kandidat für das Vizeamt, John Edwards, hatten erst neun Monate vor dem Votum speziellen Begleitschutz durch den Secret Service erhalten. Secret-Service-Sprecher wollten keine Angaben dazu machen, ob eine Anschlagsdrohung gegen Obama vorlag. In den USA ist nun ein Streit darüber entbrannt, ob es sich um eine Verschwendung von Steuergeldern handelt oder ihm tatsächlich eine Gefahr von Rassisten droht.

"Er ist eine lahme Ente"

Als frühere First Lady steht die derzeit aussichtsreichste Anwärterin der Demokraten vor der kommenden Wahl, Senatorin Hillary Clinton, bereits jetzt unter dem Schutz von Secret-Service-Agenten. Kein Wunder, gehört sie ja auch zur "Time"-Liste der hundert wichtigsten Menschen. Nicht dabei ist zum ersten Mal der amtierende US-Präsident. Bush habe mittlerweile "wahrscheinlich weniger Einfluss, als seine Position ihm automatisch verschaffen sollte", sagte "Time"-Mitherausgeber Adi Ignatius. "Er ist eine lahme Ente... aber sein Einfluss ist geringer als der einer normalen lahmen Ente." Zu den einflußreichsten Frauen zählt hingegen die Bush-Vertraute Condoleeza Rice, aber auch Bundeskanlerin Angela Merkel. (tso/AFP)

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