US-Wahlkampf : Justiz prüft Ermittlungen gegen Hillary Clinton

US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton bereitet den Demokraten gleich doppelt Sorgen: Laut einem Medienbericht droht ihr ein Strafverfahren, zudem brechen ihre Umfragewerte ein.

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Die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton kämpft gegen sinkende Umfragewerte.
Die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton kämpft gegen sinkende Umfragewerte.Foto: Reuters

Berlin - Hillary Clinton bereitet den Strategieberatern der Demokraten doppelte Sorgen: Das US-Justizministerium bestätigte, dass es wegen der „möglichen Preisgabe von vertraulichen Informationen“ eingeschaltet worden sei; Hillary Clinton hatte als Außenministerin gegen die Regeln für die Speicherung dienstlicher E-Mails verstoßen. Und wohl mehr noch wegen neuer Umfragen. Bürger in allen 50 Bundesstaaten stimmen bei der US-Präsidentschaftswahl ab, der Ausgang entscheidet sich jedoch in wenigen „Swing States“, die mal mehrheitlich demokratisch, mal mehrheitlich republikanisch wählen. Dazu zählen Colorado, Iowa und Virginia. Barack Obama gewann alle drei bei seinen Wahlsiegen 2008 und 2012, aber ebenso George W. Bush 2000 und 2004.

Nach jüngsten Umfragen der Quinnipac University in Colorado, Iowa und Virginia verliert Clinton derzeit das Duell gegen jeden der führenden republikanischen Präsidentschaftsbewerber in jedem der drei „Swing States“: mit fünf bis neun Prozentpunkten in Colorado, mit sechs bis acht Prozentpunkten in Iowa und mit zwei bis drei Prozentpunkten in Virginia.

In den meisten landesweiten Umfragen führt Clinton weiterhin im Duell gegen Republikaner wie Jeb Bush, Marco Rubio, Scott Walker oder Rand Paul. Sie berücksichtigen jedoch nicht die strategische Bedeutung einzelner Staaten. Die Zeitschrift „The Hill“, die zur festen Lektüre der politischen Klasse zählt, schreibt, viele Demokraten suchten Trost, indem sie Umfragen 15 Monate vor dem Wahltag als „nicht sehr aussagekräftig“ abtun. Sie zitiert aber auch einen Strategen mit der Warnung, die Entwicklung sei „sehr gefährlich“. Eine weitere Schwachstelle Clintons ist der hohe Anteil der Wähler, die sie für „nicht ehrlich“ oder „nicht vertrauenswürdig“ halten. In Colorado sagen das 62 Prozent, in Iowa 59, in Virginia 55 Prozent. cvm

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