US-Wahlkampf : McCain verschärft vor zweitem TV-Duell die Tonart

Im US-Präsidentschaftsrennen führt Barack Obama in entscheidenden Bundesstaaten vor John McCain. Deshalb will der Republikaner seine Chance beim zweiten TV-Duell nutzen - und setzt voll auf Angriff.

McCain
Angriffslustiges Duo: John McCain und Sarah Palin attackieren Barack Obama. -Foto: AFP

WashingtonKurz vor dem zweiten TV-Duell mit dem Demokraten Barack Obama hat der in Umfragen zurückliegende republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain seine Attacken gegen den Rivalen verschärft. Am Montag startete sein Wahlkampflager einen Fernseh-Werbespot, in dem Obama unter anderem mit Blick auf seine Irakhaltung als "gefährlich für unser Land" bezeichnet wird. Die beiden Kandidaten kommen am Dienstagabend Ortszeit (3 Uhr MESZ Mittwoch) in Nashville (Tennessee) zu ihrer Debatte zusammen.

Dieses Mal kann das Publikum Fragen stellen - ein lockeres Format, das als McCains "Spezialität" gilt. Der "Washington Post" zufolge hat sich der Republikaner seit Tagen besonders intensiv auf diese Debatte vorbereitet. Sie biete ihm eine der letzten Chancen, den Trend zugunsten Obamas zu stoppen. "Es ist eine großartige Gelegenheit für ihn", zitierte die Zeitung Wahlkampfmanager Terry Nelson. Jen Pelski, eine Sprecherin des Obama-Lagers, sagte, man erwarte, McCain auf der "vollen Höhe" seiner Fähigkeiten zu sehen. Nach jüngsten Umfragen führt Obama zurzeit sogar in besonders umkämpften Bundesstaaten wie Florida oder Ohio mit jeweils acht Prozentpunkten vor seinem Konkurrenten.

Schützenhilfe von Palin

Vor diesem Hintergrund hatte bereits am Samstag auch die republikanische Vizekandidatin Sarah Palin Obama massiv angegriffen. Sie beschuldigte ihn, sich mit Terroristen abgegeben zu haben. Dabei bezog sie sich auf einen Artikel der "New York Times", der über die Bekanntschaft Obamas mit Bill Ayers, dem Mitbegründer der extremistischen Weathermen, berichtete.

Bei den Ermittlungen gegen Palin wegen möglichen Amtsmissbrauchs als Gouverneurin von Alaska sagen unterdessen nun doch sieben Mitarbeiter der 44-Jährigen aus. Sie hatten sich zuvor geweigert, vor einem Untersuchungsausschuss des staatlichen Kongresses zu erscheinen. Nach einem Bericht des Senders CNN vom Montag fügten sie sich nun aber dem Beschluss eines Richters, der die Vorladungen vor das Gremium bestätigt hatte.

Familienzwist schwappt in den Wahlkampf

Der Ausschuss untersucht, ob Palin den Polizeichef von Alaska entlassen hat, weil er sich zuvor geweigert hatte, ihren Exschwager zu feuern. Dieser, ein Polizist, lieferte sich seinerzeit einen bitteren Sorgerechtsstreit mit Palins Schwester.

Auch die Gouverneurin selbst und ihr Ehemann Todd hatten Vorladungen erhalten, eine Aussage aber ebenfalls abgelehnt. Der richterliche Beschluss bezieht sich aber nicht auf sie, sondern nur auf die Mitarbeiter, darunter auch Palins Stabschef. Die Gouverneurin lehnt eine Zusammenarbeit mit dem Gremium ab und argumentiert dabei, dass die Ermittlungen politisch "vergiftet" seien. Demokraten wollten die Untersuchungen zu ihren eigenen Zwecken missbrauchen. (ae/dpa)

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