US-Wahlkampf : Merkel gegen Obamas Rede in Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich offen gegen eine Rede des demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbers Barack Obama am Brandenburger Tor ausgesprochen. Außenminister Steinmeier sieht das Vorhaben ganz anders.

Berlin/LondonDie Regierungschefin Merkel sehe einem solchen eventuellen Auftritt am 24. Juli mit einem "gewissen Befremden" entgegen, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg am Mittwoch in Berlin. Merkel sei skeptisch, ob der US-Wahlkampf vor das Brandenburger Tor getragen werden solle. Die Entscheidung liege aber allein beim Berliner Senat. Anders als Merkel hätte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) keine Probleme mit der Rede. Steinmeier würde dies nicht "mit Befremden" aufnehmen, erklärte sein Sprecher Jens Plötner. Das historische Denkmal im Herzen Berlins gilt als Symbol für die Teilung Europas im Kalten Krieg und ihre Überwindung. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte Obamas Plan ausdrücklich begrüßt.

Der Kandidat will nach Senatsangaben am 24. Juli nach Berlin kommen. Eine Delegation reist demnach vorher in die Hauptstadt, um den Besuch vorzubereiten. Wowereit hatte erklärt, Berlin stehe auch dem Präsidentschaftskandidaten der konservativen Partei John McCain offen. Er tritt gegen Obama bei der Präsidentenwahl im November an.

Reise-Pläne konkreter

Die Planungen für die Europa- und Nahost-Reise Obamas konkretisieren sich. Der Demokrat beginne seine Tour am Freitag den 18. Juli in London, berichtete die britische Zeitung "The Times" am Mittwoch. Er wolle sich aber so unauffällig und kurz wie möglich in der britischen Hauptstadt aufhalten, schrieb das Blatt unter Berufung auf britische Regierungskreise. Obama werde voraussichtlich Premierminister Gordon Brown sowie den Chef der oppositionellen Konservativen, David Cameron, treffen. Er werde auch Amerikanern in London danken, die seinen Wahlkampf finanziell unterstützen.

Das Blatt betonte, die Besuchsdaten seien noch nicht endgültig bestätigt. Sie würden genauso wie die genauen Programmpunkte aus Sicherheitsgründen geheim gehalten. Nach London werde Obama zwischen dem 22. und 23. Juli in Israel erwartet, was bedeute, dass er zwischen London und Israel in den Irak und nach Afghanistan reisen könnte. Anschließend werde er wieder nach Europa zurückkehren und zwischen dem 24. und 25. Juli Deutschland und Frankreich besuchen. (mhz/dpa)

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