US-Wahlkampf : Obama-Beraterin tritt nach Beleidigung zurück

Im Rennen der demokratischen Präsidentschaftsbewerber verliert Barack Obama seine außenpolitische Beraterin. Die Pulitzer-Preisträgerin hatte für Obamas parteiinterne Konkurrentin Clinton nicht sehr freundliche Worte gefunden.

WashingtonDas kam nicht gut an: Als "Monster" hatte

Samantha Power die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton bezeichnet. Ihre Entschuldigung hilft ihr nicht mehr: Sie gibt ihren Posten als

außenpolitische Beraterin von US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama auf. "Ich habe unverzeihliche Äußerungen gemacht, die sich nicht mit meiner Bewunderung für Senatorin Clinton und der Geisteshaltung der Obama-Kampagne vereinbaren lassen", heißt es in einer Erklärung der Harvard-Professorin.

In einem Interview mit der schottischen Tageszeitung "The Scotsman" hatte Power zu Beginn der Woche über Obamas Gegenkandidatin Clinton gesagt: "Sie ist ein Monster, und - das bleibt jetzt unter uns - sie lässt sich zu allem herab." Sie fügte hinzu: "Man schaut sie nur an und denkt: 'Pfui!'".

Prüfstein für Obamas Integrität

Power war für Obama wohl nicht mehr zu halten. Clintons Wahlkampfberater machten die Personalie zu einem Prüfstein für Obamas Integrität: Der Senator erklärt in seinen Wahlkampf immer wieder, Schmutzkampagnen und Parteienstreit zu verabscheuen. Stattdessen will er mit positiven Botschaften beim Wähler punkten.

Power hatte Obama mehr als ein Jahr in der Außenpolitik beraten. Als Expertin für Menschenrechtfsragen genießt sie hohes Ansehen. Für ihre Studie über die Politik der USA gegenüber den Völkermorden des 20. Jahrhunderts fand auch außerhalb des Wissenschaftsbetriebs große Aufmerksamkeit und wurde 2003 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Sie galt für den Fall von Obamas Wahlsieg als Anwärterin auf einen hohen außenpolitischen Posten in seiner Regierung. (sf/AFP)

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