US-Wahlkampf : Obama greift McCains Energiepolitik an

Barak Obamas Vorsprung auf John McCain wird kleiner. Jetzt greift der demokratische Präsidentschaftsanwärter seinen Konkurrenten McCain wegen dessen Öl-und Energiepolitik an.

McCain Obama
Politische Gegner: John McCain (l.) und Barack Obama.Foto: dpa

WashingtonNach seinem jüngsten Kurswechsel in der Ölpolitik hat der demokratische US-Kandidat Barack Obama versucht, mit Vorwürfen gegen John McCain wieder in die Offensive zu kommen. Obama warf dem Republikaner am Dienstag vor, mit den Ölkonzernen gemeinsame Sache gegen die Interessen der Verbraucher zu machen. "Die Ölindustrie setzt auf McCain", erklärte Obama in einer Stellungnahme. "Wenn er gewinnt, werden die Ölgesellschaften weiter Geld einstreichen, während unsere Familien und unsere Wirtschaft leiden." Obama warf McCain vor, die US-Konzerne, die derzeit Rekordgewinne vermelden, steuerlich um Milliarden von Dollar entlasten zu wollen.

Beim Thema Öl- und Energiepolitik war Obama in den Tagen zuvor in die Defensive geraten. Am Montag hatte er unter dem Druck der
öffentlichen Meinung seinen Widerstand gegen ein Anzapfen der strategischen Ölreserven der USA aufgegeben. Er halte es für
möglich, rund 70 Millionen Barrel Öl, also etwa ein Zehntel dieser Reserven, auf den Markt zu bringen, sagte Obama bei einer Rede in Michigan. Zuvor hatte er einen solchen Schritt abgelehnt. Obamas Sprecherin Heather Zichal erklärte den Kurswechsel damit, dass sich der Kandidat vom "Leiden der Amerikaner unter den hohen Ölpreisen" habe umstimmen lassen.

Am Wochenende war Obama bereits von seinem Widerstand gegen Ölbohrungen in naturgeschützten Gewässern vor den US-Küsten
abgerückt. Eine Lockerung des entsprechenden Verbots sei denkbar, wenn gleichzeitig mehr Geld in die Entwicklung alternativer
Energien investiert werde, hatte er gesagt. Damit hat er seine Haltung derjenigen von McCain angepasst, der mit seiner Forderung nach neuen Ölbohrungen bei den Wählern Anklang gefunden hatte. In Umfragen ist Obamas Vorsprung vor McCain in den vergangenen Wochen deutlich geschmolzen. (yr/AFP)

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