USA : 14 Guantánamo-Häftlinge bekommen Anwälte

Eine Reihe von Verdächtigen im US-Gefangenenlager Guantánamo dürfen sich jetzt einen Anwalt nehmen. Unter ihnen ist auch der Chefplaner der Anschläge vom 11. September, Khalid Scheich Mohammed.

Washington14 Terrorverdächtige aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba, die als besonders wichtig angesehen werden, haben nach einem Zeitungsbericht formell ein Anrecht auf einen Anwalt zugestanden bekommen. Wie die "Washington Post" unter Berufung auf das Verteidigungsministerium berichtete, ist darunter auch der Kopf der Planung der Anschläge vom 11. September 2001, Khalid Scheich Mohammed. Die Gefangenen seien im vergangenen Jahr aus geheimen CIA-Gefängnissen auf die Marinebasis gebracht worden und hätten als so genannte feindliche Kämpfer keine Verteidiger gehabt. Gegen diesen Status könnten sie jetzt mit Hilfe von zivilen Anwälten klagen. Kontakt hätten die Inhaftierten nur zu Wärtern und Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz gehabt.

Im Verfahren über ihre Einstufung als feindliche Kombattanten waren die Häftlinge lediglich von Militärpersonal beraten worden. Regierungsbeamte hatten sich gegen zivile Anwälte für die Terrorverdächtigen ausgesprochen, weil sie den Verrat geheimer Informationen des Geheimdienstes CIA befürchteten. Die Verteidiger dürfen ihre Mandanten laut "Washington Post" nun auch besuchen und einen vertraulichen Schriftverkehr unterhalten. Zuvor müssten die Juristen aber eine gründliche Sicherheitsüberprüfung bestehen.

Ein weiterer der Terrorverdächtigen soll der 27-jährige Madschid Khan sein. Ihm wird vorgeworfen, auf Anweisung von Khalid Scheich Mohammed untersucht zu haben, wie Wasserreservoirs in den USA vergiftet und Tankstellen in die Luft gesprengt werden könnten. Weitere Namen wurden in der "Washington Post" nicht genannt. Die notwendigen Anträge für den Erhalt eines juristischen Beistandes seien den Inhaftierten Ende August oder Anfang September übergeben worden, schrieb die Zeitung. Bisher hätten vier dieser Terrorverdächtigen einen Anwalt verlangt.

Geheimdienste: Keine Kehrtwende

Das nun gewährte Anrecht auf einen Anwalt stellt nach Angaben aus US-Geheimdienstkreisen keine plötzliche Kehrtwende bei der Behandlung wichtiger Verdächtiger dar. "Es war die ganze Zeit die Absicht, dass sie einen Anwalt bekommen sollen", sagte ein Geheimdienstmitarbeiter der Zeitung. In dem Lager auf Kuba werden der "Washington Post" zufolge etwa 340 Häftlinge festgehalten. (mit dpa)

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