Politik : USA bekennen sich als Pazifik-Nation Obama verspricht in Japan mehr Engagement

Daniel Kestenholz

Bankok - US-Präsident Barack Obama hat zu Beginn seiner ersten Asienreise ein Bekenntnis zu den Beziehungen zum Bündnispartner Japan abgelegt und ein stärkeres Engagement der USA in Asien angekündigt. Die USA seien eine „Pazifik-Nation“, sagte Obama am Freitag vor Journalisten in Tokio. Gleichzeitig zeigte er sich zuversichtlich, zu einer raschen Lösung im Streit um einen US-Stützpunkt auf der japanischen Insel Okinawa zu gelangen.

Es brauchte die hartnäckigen Fragen von Journalisten, um Obama und seinen Gastgeber, den japanischen Premier Yukio Hatoyama, bei ihrem gemeinsamen Auftritt aus ihrer Defensivhaltung zu locken: Zum Auftakt seiner neuntägigen Antrittsreise durch Asien gab sich der US-Präsident nach einem 90-minütigen Gespräch mit Premier Hatoyama zuversichtlich, dass das japanisch-amerikanische Bündnis „erneuert und aufgefrischt“ auch im 21. Jahrhundert Bestand habe. Japan sucht nach einem halben Jahrhundert, in dem es Washingtons Kurs befolgte, nach einer eigenständigeren Rolle – insbesondere, was die Verteidigungsfrage betrifft. Obama gab sich ungerührt. Das Bündnis sei „unerlässlich für Japan, für Amerika und die Asien-Pazifik-Region“, beteuerte der US-Präsident am späten Freitagabend vor seiner Weiterreise nach Singapur.

Premier Hatoyama blieb im Hinblick auf eine Reduzierung der in Japan stationierten US-Truppen zwar vage. Er wisse, dass er im Wahlkampf versprochen habe, die Frage der Stützpunkte zu überdenken und einen Totalabzug oder Umzug der US-Truppen in entlegenere Gebiete zu erwägen. Je länger eine Lösung dieses Problems hinausgezögert werde, desto schwieriger werde es, den Knoten am Ende zu durchschlagen. Es war das erste Mal, dass er den Amerikanern offen ins Gesicht sagte, dass Tokio Zweifel an der alten Militärallianz hegt.Daniel Kestenholz

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