USA : Bush-Berater Rove will zurücktreten

Überraschend hat Karl Rove, Spitzenberater von US-Präsident George W. Bush, angekündigt seinen Posten aufzugeben. Das "strategische Genie" war in der US-Justizaffäre, um entlassene Bundesanwälte unter Druck geraten.

Karl Rove
Ein Bild aus alten Zeiten: Bush und seine rechte Hand - Karl Rove. -Foto: AFP

WashingtonDer Spitzenberater von US-Präsident George W. Bush, Karl Rove, tritt Ende August zurück. "Ich denke, es ist Zeit", kündigte Rove in einem Interview des "Wall Street Journal" an. Selbst wenn er gern noch bleiben würde, "muss ich dies um meiner Familie willen tun", fügte Rove hinzu. Rove gilt seit vielen Jahren als einer der engsten Berater Bushs und war zuletzt stellvertretender Stabschef im Weißen Haus. Er habe schon länger über einen Rücktritt nachgedacht und nun sei einfach die Zeit gekommen, sagte Rove. Er wolle jetzt in seine Heimat nach Texas zurückkehren und sich seiner Familie widmen, sagte der 56- Jährige.

Rove gilt als eine der schillerndsten Figuren in der US-Politik. Unter Republikanern wird er als „strategisches Genie“ eingestuft. Rove hatte Bush unter anderem in den Jahren 2000 und 2004 bei dessen Wahlkämpfen für das Präsidentenamt beraten. Politische Gegner auf Seiten der Demokraten warfen ihm immer wieder schmutzige Kampagnen im Wahlkampf vor. Rove hatte Bush schon beraten, als dieser für das Gouverneursamt in Texas kandidierte. In Washington galt Rove als „mächtigster Berater im Weißen Haus in der modernen US-Geschichte“.

Kürzlich war er in einer Justizaffäre um die Entlassung von acht Bundesanwälten durch das Justizministerium unter Druck geraten. In der Kraftprobe zwischen Bush und dem US-Kongress bei der Aufarbeitung um die Entlassung von US-Bundesanwälten hatte Bush jüngst eine Aussage Roves unter Eid vor dem Senat verhindert. Die Bundesanwälte behaupten, sie seien entlassen worden, weil sie nicht „Bush- freundlich“ genug gewesen seien. Rove könne als enger Berater Bushs nicht zur Aussage gezwungen werden, teilte der Berater des Weißen Hauses dazu mit. (mit AFP)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar