USA : Bush verkürzt Einsatzdauer für Irak-Soldaten

US-Soldaten kommen künftig früher aus dem Irak nach Hause: Präsident George W. Bush hat außerdem einen kompletten Abzug weiterer Einheiten in Aussicht gestellt. Hintergrund: Die Gewalt im Irak habe den tiefsten Stand seit Frühjahr 2004 erreicht.

WashingtonVon Freitag an sollen Angehörige der US-Truppen nur noch für zwölf statt bisher 15 Monate in den Irak geschickt werden. Das kündigte Bush am Donnerstag in Washington an. Dies geschehe auch in der Erwartung, dass Irak-Kommandeur David Petraeus im Herbst "je nach Lage eine weitere Reduzierung unserer Kampfstärke" empfehlen werde. Mit elf getöteten US-Soldaten erreichte die monatliche Zahl der Gefallenen nach Armeeangaben im Juli den niedrigsten Stand seit der Invasion 2003.

Bush räumte ein, dass Rückschläge im Irak nach wie vor möglich seien. Allerdings hätten die jüngsten Fortschritte inzwischen ein "Maß an Dauerhaftigkeit" erreicht, das "ermutigend" sei. "Die Gewalt hat nun ihren tiefsten Stand seit Frühjahr 2004 ereicht", sagte Bush. Auch in den Verhandlungen mit der irakischen Regierung über einen Rahmenvertrag für die längerfristige Stationierung von US-Kontingenten im Irak gebe es "Fortschritte", sagte der Präsident, ohne allerdings auf den aktuellen Verhandlungsstand einzugehen. Derzeit sind noch etwa 140.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Die etwa 30.000 zusätzlichen US-Soldaten, die im vergangenen Jahr im Rahmen der neuen Aufstockungsstrategie in den Irak verlegt worden waren, sind inzwischen in die USA zurückgekehrt.

Die Bewertung der gegenwärtigen Lage im Irak zählt zu den großen Streitthemen im derzeitigen Präsidentschaftswahlkampf. Der Demokrat Barack Obama hatte die Truppenaufstockung abgelehnt und weigert sich, sie als Erfolg anzuerkennen. Der Republikaner John McCain wirft ihm vor, eine Verbesserung der Lage im Irak nur deshalb in Abrede zu stellen, um den kriegskritischen Flügel der Demokraten nicht zu verärgern. (mfa/AFP)

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