Politik : USA drohen Sudan mit Ölembargo

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New York/Nairobi Die USA haben in der Darfur-Krise den Druck auf die Regierung Sudans mit der Androhung möglicher Sanktionen gegen die Ölindustrie des afrikanischen Landes erhöht. Zugleich strebt Washington nach Angaben von UN-Diplomaten mit der Vorlage einer neuen Sudan-Resolution an, dass die Zahl der internationalen Militärbeobachter in Darfur deutlich erhöht wird.

Die 15 Mitgliedstaaten des UN-Sicherheitsrates wollten den Resolutionsvorschlag der USA noch am Donnerstag erörtern. Nach den Vorstellungen Washingtons soll der Regierung in Khartum ein mögliches Embargo gegen die sudanesische Erdölwirtschaft angedroht werden, falls innerhalb von 30 Tagen keine wirksamen Schritte gegen die arabischen Milizen in der Darfur-Region erkennbar sind. Die 1999 aufgenommene Ölförderung hat Sudans Wirtschaft hohe Wachstumszahlen beschert, die Ölausfuhren machen 73 Prozent aller Exporterlöse aus.

US-Außenminister Colin Powell warf der sudanesischen Regierung am Donnerstag vor dem Senat in Washington erstmals vor, einen Völkermord an der schwarzen Bevölkerung in Darfur zuzulassen. Die USA sind der erste einflussreiche Staat, der die Darfur-Krise als Völkermord bezeichnet. Gleichzeitig regte Washington im Weltsicherheitsrat die Bildung einer internationalen Kommission für Darfur an. Sie soll den Tatbestand des Völkermordes formal untersuchen. Falls sich der UN-Sicherheitsrat einer solchen Einschätzung anschließen sollte, wären die UN verpflichtet, militärisch einzugreifen. UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte dem Sicherheitsrat Anfang September berichtet, dass Khartum bislang keine nennenswerten Schritte gegen die Dschandschawid-Milizen eingeleitet habe. dpa/chl

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