USA : Erste Hinrichtung in Arkansas seit zwölf Jahren - mit Gift

Der US-Bundesstaat Arkansas hat die erste in einer Reihe von geplanten Hinrichtungen vollstreckt - mit einer umstrittenen Giftspritze.

Der Einsatz der Giftspritze ist nach Berichten über qualvolles Sterben bei Exekutionen höchst umstritten.
Der Einsatz der Giftspritze ist nach Berichten über qualvolles Sterben bei Exekutionen höchst umstritten.Foto: dpa

Nach dramatischem gerichtlichem Tauziehen hat der US-Staat Arkansas zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder einen Häftling hingerichtet. Der 51-jährige verurteilte Mörder Ledell Lee starb am späten Donnerstagabend (Ortszeit) im Gefängnis von Grady an einer Giftspritze, wie das Justizministerium des Bundesstaates mitteilte.

Er war einer von insgesamt acht Häftlingen, die Arkansas ursprünglich vom Ostermontag an in einer Zeitspanne von nur elf Tagen hinrichten wollte. Verschiedene Gerichtsentscheidungen hatten jedoch zu einer zumindest vorläufigen Blockade von sieben der Exekutionen geführt.

Auch Lees Hinrichtung war wiederholt ausgesetzt worden. Der gerichtliche Streit zog sich bis in die Nacht seiner Hinrichtung hin, die mehrere Male in letzter Minute hinausgeschoben wurde. In dem Tauziehen ging es zum großen Teil auch um die Hinrichtungsmethode.

So hatte eine Bezirksrichterin am Mittwochabend eine einstweilige Verfügung gegen den Gebrauch von Vecuronium erlassen, einem von drei Mitteln, die Gefangenen bei der Hinrichtung eingespritzt werden. Die Richterin war einer Klage des Pharmahändlers McKesson gefolgt: Er hatte dem Bundesstaat vorgeworfen, beim Kauf vorgetäuscht zu haben, das Mittel zu medizinischen Zwecken benutzen zu wollen.

Das höchste Gericht des Staates hob das Verbot der niedrigeren Instanz dann aber nur wenige Stunden vor dem geplanten Exekutionstermin auf. Schließlich lehnt der Oberste Gerichtshof der USA eine Aussetzung der Vollstreckung ab und Lee wurde kurz vor Mitternacht hingerichtet. Er starb den Angaben zufolge zwölf Minuten nach Beginn der Exekution.

Der republikanische Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, will bis Ende April acht Häftlinge hinrichten lassen, weil das Haltbarkeitsdatum des bei Giftinjektionen verwendeten Mittels Midazolam Ende des Monats abläuft. Hutchinson hatte deshalb per Dekret die größte Hinrichtungswelle in den USA seit 40 Jahren angeordnet. Die Verwendung dieser Substanz ist nach Berichten über qualvolles Sterben bei Exekutionen in den USA höchst umstritten.

Die Anwälte der Männer sprachen von „Fließband-Hinrichtungen“, sie hatten Berufungsanträge gestellt – ein achter Betroffener konnte vor einigen Tagen von der Liste gestrichen werden. Amnesty International appellierte an den Bundesstaat, die Hinrichtungen zu stoppen. (dpa/AFP)

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