Politik : USA fördern Embryonen-Forschung: Richtlinie soll Handel mit Stammzellen verhindern

Nach Großbritannien wollen nun offensichtlich auch die USA die Forschung mit menschlichen Stammzellen erleichtern. Wie die Zeitung "Washington Post" berichtet, wollte die Clinton-Regierung am Mittwoch Richtlinien veröffentlichen, nach denen künftig auch öffentliche Forschungsgelder für die Stammzellenforschung vergeben werden können. Bisher war solche Forschung in den USA nur mit privaten Geldern möglich. Mit menschlichen Stammzellen wollen die Wissenschaftler künftig menschliches Gewebe oder Organe herstellen. Diese Zellen, die noch nicht auf bestimmte Funktionen spezialisiert sind, werden allerdings noch aus menschlichen Embryonen gewonnen, die dabei getötet werden. In Deutschland verbietet das Embryonenschutzgesetz solche Forschung.

Wie die "Washington Post" weiter berichtet, werden in den Richtlinien genaue Regeln für die Gewinnung und Verwendung von Stammzellen aufgestellt. So dürfen die Zellen nur aus solchen Embryonen gewonnen werden, die bei künstlicher Befruchtung übrig geblieben sind. Embryo-Spender dürfen keine Bezahlung erhalten und nicht darüber verfügen, wer die menschlichen Stammzellen erhält. Damit soll verhindert werden, dass ein Markt für Stammzellen entsteht und Frauen nur deshalb schwanger werden, um Stammzellen spenden zu können. Die Richtlinien verbieten nach dem Zeitungsbericht auch, öffentliche Gelder für die Gewinnung von Stammzellen und damit die Tötung der Embryonen zu verwenden. Dieser Schritt bleibt weiterhin privat finanzierten Wissenschaftlern vorbehalten, die die Stammzellen dann an öffentlich finanzierte Forscher weiter geben. Laut Washington Post will die Regierung damit Proteste von Lebensschützern vermeiden.

Die Ankündigung der britischen Regierung, das Klonen menschlicher Embryos zu therapeutischen Zwecken freizugeben, hatte zu heftigen Debatten geführt.

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