Politik : USA: Mehr Truppen für Irak

Pentagon bittet auch Türkei um Hilfe / Richter weist Blair zurecht

-

Washington/London (Tsp/dpa). Das Pentagon denkt nach Angaben der „New York Times“ über eine Aufstockung der Streitkräfte nach. In einem vertraulichen Schreiben habe Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bis Ende des Monats Lösungsvorschläge verlangt. Im Irak wird der Unmut der USSoldaten immer lauter. Viele haben sich im Gespräch mit US-Reportern beschwert, dass ihr Einsatz immer wieder verlängert wurde. Im Pentagon wachse die Sorge, dass zahlreiche Soldaten dem Militär nach dem Irak-Einsatz den Rücken kehren könnten.

Rumsfeld hatte Anfang des Monats angekündigt, dass das Pentagon die Mittel für eine Truppenverstärkung beantrage, wenn dies für nötig erachtet werde. Zur Zeit sei dies noch nicht der Fall. Um die Zahl der Soldaten zu erhöhen, sollen offenbar 300 000 Arbeitsplätze im Pentagon in Zukunft von Zivilisten besetzt werden. Unterdessen baten die USA die Türkei um die Entsendung von Soldaten in den Irak. Die Türkei reagierte auf die Anfrage grundsätzlich positiv. Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz sagte in Mossul: „Obwohl wir zu vielen Dingen fähig sind, sind wir keine Götter.“

Der britische Premier Tony Blair muss nun doch eine weiter gehende Untersuchung zu den Todesumständen des Waffenexperten David Kelly befürchten, als er selbst wollte. Der Lordrichter Brian Hutton stellte klar, er werde selbst entscheiden, wie weit die Untersuchung gehen werde. Zuvor hatte die Regierung erklärt, die Untersuchung dürfe sich nur mit Kellys direkten Todesumständen beschäftigen, nicht aber mit der offiziellen Rechtfertigung des Irak-Krieges.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben