Politik : USA nehmen Nuklearterroristen fest

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Von Malte Lehming

und Frank Jansen

Der mutmaßliche Terrorist wurde auf dem Internationalen Flughafen von Chicago verhaftet, als er aus Pakistan einreisen wollte. Sein wurde mit Abdullah Al Mujahir angegeben. Er ist im Besitz der amerikanischen Staatsbürgerschaft. Wie der stellvertretende Verteidigungsminister Paul Wolfowitz ergänzend mitteilte, befand er sich offenbar auf einer Mission zur Ausspähung von möglichen Zielen. Aus Regierungskreisen verlautete, eines davon sei die Region der Bundeshauptstadt Washington gewesen. Der 32-Jährige habe eine besondere Kenntnis der dortigen Gegebenheiten gezeigt. FBI-Chef Robert Mueller sagte, die Planung des Anschlags habe sich noch in einem Frühstadium befunden.

Wolfowitz zufolge befindet sich der Gefangene jetzt im Gewahrsam des Militärs und wird auf einem Marineschiff im US-Staat South Carolina festgehalten. Sein Status sei der eines „feindlichen Kämpfers“Wegen der Schwere der gegen ihn erhobenen Vorwürfe wurde er dem Verteidigungsministerium überstellt. „Unseren Feinden sage ich, wir werden weiter wachsam gegenüber allen Bedrohungen sein“, sagte Ashcroft in einer in Moskau aufgezeichneten Fernsehansprache. Terrorismus-Experten sprachen von der Vereitelung eines „Albtraum-Szenarios".

Der entscheidende Hinweis zur Festnahme des mutmaßlichen Attentäters kam offenbar von Abu Zubaydah, dem ranghöchsten Al-Qaida-Terroristen, der in den USA im Gefängnis sitzt. Bereits Ende April hatte Zubaydah in Verhören zugegeben, dass die Al-Qaida-Organisation an der Herstellung radioaktiver Waffen arbeite. Laut CIA-Direktor George Tenet wurden in Afghanistan Dokumente gefunden, die darauf hindeuten, dass Osama bin Laden intensiv diese Option verfolge.

Al Mujahir ist US-Staatsbürger und heißt mit bürgerlichem Namen José Padilla. Als Mitglied einer Straßengang in Chicago verbüßte er bereits Anfang der 90er Jahre mehrere kurze Gefängnisstrafen. Nach seinem Übertritt zum Islam änderte er seinen Namen. Im Jahre 2001 reiste er nach Afghanistan, wo er ausgebildet wurde und auch mit Al-Qaida-Mitgliedern zusammentraf.

Der Bundesnachrichtendienst befürchtet schon länger, dass Al Qaida über schmutzige Bomben verfügen könnte. „Der Besitz radioaktiver Abfälle ist sehr gut möglich“, sagte BND-Abteilungsleiter Hans J. Beth beim Europäischen Polizeikongress Ende Mai. Es gebe Hinweise, dass Personen aus dem Umfeld Osama bin Ladens radioaktives Material für „dirty nukes“ beschaffen wollten.

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