Politik : USA: Nordkorea kein Schurkenstaat mehr

Kim Jong Ils Diktatur lässt Atomkontrollen zu – und wird dafür von der Liste der Terrorhelfer gestrichen

Washington - Bewegung im Atomstreit: Nordkorea hat sich zu einer strikten Überprüfung seiner Atomanlagen bereiterklärt und wurde im Gegenzug von der US-Liste der Terrorunterstützer genommen. Das teilte der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, am Samstag in Washington mit. Die Vereinbarung wurde demnach in engen Konsultationen mit den Teilnehmern der Sechs-Staaten-Gespräche über Nordkoreas Atomwaffenprogramm getroffen – neben den USA und Nordkorea Südkorea, China, Russland und Japan.

McCormack zufolge erhielten die USA in der Vereinbarung „alles, was wir wollten“. Demnach wird Nordkorea Inspekteuren der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO den Zugang zu seinen Anlagen erlauben, die Entnahme von Proben, die Einsicht in Dokumente und Gespräche mit nordkoreanischen Atomexperten. Zugleich wird Nordkorea die unterbrochenen Arbeiten zur Stilllegung der Atomanlagen fortsetzen.

„Jedes Verifikationselement, das wir angestrebt haben, ist in diesem Paket enthalten“, sagte McCormack. „Jede einzelne Sache, die wir haben wollten, ist Teil des Pakets.“ In einer zusätzlichen schriftlichen Erklärung des US-Außenamts war am Samstag von einer „bedeutenden Kooperation“ seitens der Nordkoreaner die Rede. Weiter wurde mitgeteilt, dass US-Außenministerin Condoleezza Rice bereits am Samstagmorgen eine Erklärung unterzeichnet habe, mit der Nordkoreas Name offiziell aus der schwarzen Liste der Terrorunterstützer gestrichen wurde.

Das US-Außenamt machte aber zugleich klar, dass dieser Schritt jederzeit rückgängig gemacht werden könne, sollte Nordkorea wortbrüchig werden. Es wies auch darauf hin, dass zahlreiche Sanktionen gegen das Land unter anderem wegen eines Atomtests 2006, der Weiterverbreitung von Waffen und wegen Menschenrechtsverletzungen in Kraft blieben.

Noch am Donnerstag hatte Pjöngjang die IAEO darüber informiert, dass keine Inspekteure mehr in den Anlagen des Atomzentrums Yongbyon zugelassen würden und eine Wiederinbetriebnahme vorbereitet werde. dpa

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