USA : Obama benennt Energie- und Klimateam

Der künftige US-Präsident will vor allem die Abhängigkeit von ausländischem Öl verringern. In Zukunft möchte er sich stärker an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren.

Christoph von Marschall[Washington]
Steven Chu
Minister mit Nobelpreis: Steven Chu soll sich um die Energie kümmern. -Foto: AFP

WashingtonMit der Benennung seiner Mannschaft für die Energie-, Umwelt- und Klimapolitik hat der künftige US-Präsident Barack Obama die Hoffnungen auf einen Kurswechsel in Washington vergrößert. Er werde die Reduzierung der Abhängigkeit Amerikas von ausländischem Öl zu „einer der obersten Prioritäten“ seiner Amtszeit machen, versprach Obama bei einer Pressekonferenz in Chicago. Konkrete Ziele beim Einsparen von Energie oder der Reduzierung der Emissionen nannte er allerdings nicht.

So nehmen die US-Medien zunächst die Namen als Programm. Energieminister soll der Wissenschaftler Steven Chu werden, der 1997 den Nobelpreis für Physik mit Forschungen in der Lasertechnik gewonnen hat und als Spezialist für erneuerbare Energien gilt. Seit 2004 leitet der 60-jährige Amerikaner chinesischer Abstammung das Lawrence-Berkeley-Labor an der Universität von Kalifornien, das den Klimawandel erforscht.

Die zentrale Figur im Weißen Haus für das Gebiet wird Carol Browner. Die aus einer Professorenfamilie in Florida stammende 53-Jährige hatte unter Bill Clinton die Umweltschutzbehörde Epa geleitet und sich dort vor allem um die Reinheit des Trinkwassers und der Nahrungsmittel gekümmert. Anschließend war sie in der freien Wirtschaft tätig. Im Wahlkampf unterstützte sie Hillary Clinton. An die Spitze der Epa tritt Lisa Jackson, als erste Afroamerikanerin in dieser Position. Die 46-Jährige arbeitete bisher für den Gouverneur von New Jersey, Jon Corzine, und hat sich einen Namen im Umweltschutz gemacht. Die Umweltschutzabteilung im Weißen Haus übernimmt Nancy Sutley, bisher verantwortlich für Energie und Umwelt im Rathaus der Millionenmetropole und Partnerstadt von Berlin, Los Angeles.

Zum Team für Energie- und Klimafragen zählt in den USA auch der Innenminister, da er für die Nationalparks verantwortlich ist und die Aufsicht über Öl- und Gasbohrungen hat. Den Job soll Ken Salazar bekommen, bisher Senator Colorados. Der 53-Jährige mexikanischer Abstammung war früher Staatsanwalt und Leiter der Behörde für Bodenschätze in dem Rocky-Mountain-Staat. Er gilt als überzeugter Naturschützer und Gegner der Ölindustrie.

Frauen und Minderheitenvertreter sollen also Umwelt und Klima retten sowie Amerika aus der Ölabhängigkeit führen, merken Kommentatoren an. Obama betont, die Energie- und Klimapolitik werde sich künftig stärker als unter George W. Bush an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren. Die „New York Times“ schreibt, angesichts der Wirtschaftskrise sei es politisch schwierig, dem Klimaschutz Vorrang vor Wirtschaftsinteressen und Arbeitsplätzen zu verschaffen.

Ebenso viel Aufmerksamkeit wie der Umweltpolitik widmen die US-Medien Caroline Kennedy. Die Tochter des 1963 ermordeten Präsidenten John F. Kennedy hat gute Chancen, Hillary Clinton als Senatorin von New York zu beerben, wenn die Außenministerin wird. Der Gouverneur von New York, David Paterson, entscheidet über die Nachfolge.

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