USA : Obama und Brown stimmen Vorgehen gegen die Krise ab

Als Vorbereitung für den Weltfinanzgipfel trafen sich US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister Gordon Brown, um gemeinsam einen "globalen New Deal" zur Stabilisierung der Finanzmärkte zu entwickeln. Obama stimmte die US-Bürger vor dem Treffen auf weitere schlechte Wirtschaftsnachrichten ein.

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Gemeinsam durch die Krise: Gordon Brown und Barack Obama. Foto: -dpa

WashingtonVor dem Hintergrund der Krisenstimmung an den Weltfinanzmärkten haben US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister Gordon Brown ihr Vorgehen in der Wirtschaftskrise abgestimmt. Brown, der am Dienstag als erster europäischer Staatsmann von Obama im Weißen Haus empfangen wurde, schlug einen "globalen New Deal" zur Stabilisierung der Märkte vor. Obama stimmte die Bürger auf eine längere Dauer der
Krise ein. Brown regte bei dem Gespräch ein abgestimmtes weltweites Vorgehen an, um "den Bankensektor zu bereinigen und zu säubern". Weltweit müssten jene Standards an Transparenz, Berechenbarkeit und Regulierung für den Finanzsektor umgesetzt werden, wie sie in den USA und in Großbritannien geplant seien, sagte Brown. Länder, die sich dem verweigerten, müssten mit Konsequenzen rechnen.
  
Das Treffen in Washington sollte der Vorbereitung des Weltfinanzgipfels dienen, der für den 2. April in London geplant ist. Obama versicherte seinem Gast, dass die USA auch unter der neuen Regierung an der Fortführung der "Sonderbeziehungen" zu Großbritannien bereit seien. "Großbritannien ist einer unserer engsten und stärksten Verbündeten, es gibt hier eine Verbindung, die nicht reißen wird." Am Mittwoch wird Brown eine Rede vor beiden Häusern des Kongresses halten. Er ist der fünfte britische Premierminister, der zu einem solchen prestigeträchtigen Auftritt ins Kapitol gebeten wird (Mittwoch 17 Uhr MEZ).

Wenig Aussichten auf bessere Zeiten
  
Zwei Stunden vor dem Treffen mit Brown hatte Obama die US-Bürger auf weitere schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft eingestimmt. "Das erste Quartal dieses Jahres hält offen gesagt wenig Aussichten auf bessere Ergebnisse parat", sagte er bei einem Besuch im Washingtoner Verkehrsministerium. "Die Wirtschaftsleistung im letzten Quartal 2008 war bereits die schlechteste in mehr als 25 Jahren."
  
Den Äußerungen des Präsidenten waren massive Wertverluste an den Börsen vorangegangen. Am Montag war der New Yorker Dow-Jones-Index auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren gefallen. Notenbankchef Ben Bernanke bewertete derweil die kurzfristigen Aussichten für die US-Wirtschaft als "schwach". Die massiven Programme der Regierung zur Belebung der Konjunktur und zur Stützung des Finanzsektors würden aber "mit der Zeit die Rückkehr zu soliden Gewinnen ermöglichen", sagte Bernanke vor dem Haushaltsausschuss des US-Senats in Washington. (yr/afp)


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